Predigtgottesdienste als Symptom geistlichen Todes

Will man wissen, was ein Gottesdienst (besser Versammlung der Heiligen) ist, muß man Gottes Wort lesen.

Die Bibel kennt z.B. keine (Sonntags-)Predigtgottesdienste. Die Gemeinde kann so etwas auch nicht kennen, da im neuen Bund alle Glieder gleich gestellt sind und jeder etwas zur Gemeinschaft beiträgt. (1. Kor 14,26)

Predigtgottesdienste sind eher Zeichen toter Gemeinschaften bei denen paar Wenige mit Hilfe von technischen Hilfsmitteln wie Lautsprechern eine größere Menge "Christen" im Monolog beschallen oder unterhalten. Der Zuhörer sitzt meist passiv und anonym hintereinander geschichtet in Stuhlreihen. Zwischendurch darf er aber noch Lieder singen.

Heutige "Gemeinden" lassen sich nur noch mit solchen monologen Methoden steuern, da die Mehrzahl der passiven Besucher auch passiv im Glauben sind - die meisten oft nicht mal neu geboren. Da findet man keine geistliche Regung mehr, die der Geist Gottes bewirkt hätte. Deshalb sind Predigtgottesdienste das Mittel der Wahl zur Unterhaltung der Schein-Frommen.

Natürlich kann man auch durch Spontanität und geschwätziger Leute eine Art geistlichen Lebens simulieren - geistlichen Wert hat solches freilich, es bleibt trotzdem tot. Ein toter Baum kann eben keine Frucht bringen. Nur ein Baum, der bei Jesus Christus gepflanzt und gewurzelt ist, bringen lebendige Früchte hervor.

Wie funktioniert der Leib als geistlicher Organismus ?

Der Apostel Paulus beschreibt an einer Stelle, wie dieser Leib praktisch arbeitet:

"Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen. Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. Denn gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes aber, obwohl es viele sind, als Leib eins sind, so auch der Christus. Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib. Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht! oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! Vielmehr sind gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Leibes notwendig, und die [Glieder] am Leib, die wir für weniger ehrbar halten, umgeben wir mit desto größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten umso größere Anständigkeit; denn unsere anständigen brauchen es nicht. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, daß er dem geringeren Glied umso größere Ehre gab, damit es keinen Zwiespalt im Leib gebe, sondern die Glieder gleichermaßen füreinander sorgen. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid [der] Leib des Christus, und jeder ist ein Glied [daran] nach seinem Teil. Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen. Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Wunderkräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen? Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben, und ich will euch einen noch weit vortrefflicheren Weg zeigen: Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so dass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan. Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe. Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt! Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist. Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost. Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde. Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen reden würdet, noch viel mehr aber, dass ihr weissagen würdet. Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet; es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfängt. Nun aber, ihr Brüder, wenn ich zu euch käme und in Sprachen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es durch Offenbarung oder durch Erkenntnis oder durch Weissagung oder durch Lehre? Ist es doch ebenso mit den leblosen Instrumenten, die einen Laut von sich geben, sei es eine Flöte oder eine Harfe; wenn sie nicht bestimmte Töne geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Ebenso auch, wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden. Es gibt wohl mancherlei Arten von Stimmen in der Welt, und keine von ihnen ist ohne Laut. Wenn ich nun den Sinn des Lautes nicht kenne, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein und der Redende für mich ein Fremder. Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt! Darum: Wer in einer Sprache redet, der bete, dass er es auch auslegen kann. Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen. Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er nicht weiß, was du sagst? Du magst wohl schön danksagen, aber der andere wird nicht erbaut. Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle. Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache. Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern in der Bosheit seid Unmündige, im Verständnis aber werdet erwachsen. Im Gesetz steht geschrieben: »Ich will mit fremden Sprachen und mit fremden Lippen zu diesem Volk reden, aber auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr«. Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist. Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung; alles lasst zur Erbauung geschehen! Wenn jemand in einer Sprache reden will, so sollen es zwei, höchstens drei sein, und der Reihe nach, und einer soll es auslegen. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er mag aber für sich selbst und zu Gott reden. Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen es beurteilen. Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so soll der erste schweigen. Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden. Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen. Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist für Frauen schändlich, in der Gemeinde zu reden. Oder ist von euch das Wort Gottes ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gekommen? Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind. Wenn es aber jemand missachten will, der missachte es! Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht. Lasst alles anständig und ordentlich zugehen!" 1. Kor 12,8 - 14

Dieser biblischen Muster-Beschreibung einer echten Versammlung muß man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Das Problem mit z.B. den "Bibeltreuen" ist, daß jene genau diese Gaben des Heiligen Geistes - Gaben Gottes - verneinen. Selbst die Bibel ist vor ihnen nicht sicher und sie meinen, daß "Vollkommene" aus 1. Kor. 13,10 wäre die Fertigstellung der Bibel, damit sie behaupten können, die Geistesgaben hätten nur bis 100 n.Chr. existiert. Da steht davon aber kein einziges Wort. So möchten sie es gerne haben und fügen der Bibel Worte hinzu ! Was für eine Anmaßung. Wenn etwas final vollkommen sein wird, dann erst im Himmel. Ganz zu schweigen davon, daß alle Bibel-Übersetzungen nicht vollkommen sind inkl. der Kontroverse welcher biblische Grundtext nun der 100% fehlerfreie wäre.

In dem Fall muß man wohl davon ausgehen, daß bei jenen in der Tat die Erkenntnis weggetan wurde (1. Kor. 13,8).

In 1. Kor 13,12 steht: "...dann aber von Angesicht zu Angesicht...". Erst im Himmel sehen wir Jesus von Angesicht zu angesicht. Somit kann das Vollkommene nicht die Fertigstellung der Bibel gewesen sein. Ganz einfach.

Statt lebendiger und vom Heiligen Geist geleiteter Gemeinschaft und Auferbauung zerstören sie mit Bibelwahrsagerei das, was Gott als Gemeinschaft vorgesehen hat - siehe 1. Kor 12-14. Was übrig bleibt sind dann eben tote Predigtgottesdienste und tote Gemeinschaften mit toten Scheinheiligen - überall. Letztlich ahmen diese auch nur die großen Volkskirchen nach. Auch im Islam und in anderen Religionen gibt es meist nur Monolog-Veranstaltungen. Ganz konträr dazu der lebendige Leib Christi!

Warum ich an der Stelle nicht die Sekten der Pfingstler und Charismaten erwähne ? Weil die mich überhaupt nicht interessieren. Ich nehme die Bibel - lese sie - ordne Dinge zu - wie es geschrieben steht und habe keine Schere von links, rechts, Mitte im Kopf die mir etwas verbietet. Wenn irgendwelche Sekten irgendwas irgendwie tun - hat das irgendeine Relevanz was Gottes Wort sagt ? Natürlich nicht.

In 1. Kor 14,26 wird auch deutlich, daß dies nie zu einem Predigtgottesdienst passen kann. Weiter muß man auch bedenken, daß es damals keine Lautsprecher gab und so die Gemeinschaften auch nicht in den heute üblichen Größenordnungen beschallt werden konnten ! Überhaupt sind größere Mengen von Menschen gemeinschafts-untauglich.

Schauen wir auf Gottes grundlegende Ordnungen: Mann und Frau. Familie. Adam und Eva. Alles kleine Gemeinschaften . Das umgekehrte Model der Sekten ist heute: Groß und größer.

Auch an keiner Stelle im NT steht irgendwo etwas davon, daß man große Gemeindehäuser gebaut hätte - an keiner Stelle. Nach meiner bisherigen Beobachtung war der Bau eines Gemeindehauses meist nur der letzte Schritt im Prozeß des Abfalls jener Gemeinden.

Eine echte Form der Gemeinschaft kann auch nie in einem unpersönlichen Rahmen stattfinden mit vielen Menschen. Da sich die ersten Christen auch in Häusern trafen (Apg 2,46) ist das sicherlich auch die richtige Größe und das beste biblische Model von Gemeinschaft. Da kann sich dann auch niemand mehr in Stuhlreihe 53 verstecken. Das macht auch das Model des Pfarrers oder des Monolog-Predigers zunichte, da dieser nie in allen Häusern gleichzeitig sein kann. Muß auch nicht, da der Heilige Geist jener ist, der leitet. Alles andere ist babylonische irdische und fleischliche Organisation und militärischer Überwachung. Dieser sozialistische Zentralismus (Sozialismus als Imitat biblischer Gemeinschaft) duldet meist auch keine Hauskreise und wenn, dann nur sozialistisch zentral gesteuert - aus Angst die Kontrolle zu verlieren. Liebe "Gemeinden" - wenn ihr nicht mehrheitlich aus Gottlosen bestehen würdet - dann würde der Heilige Geist das auch kontrollieren mit Jesus Christus als dem Haupt. Aber so bleibt eben nur militärische Kontrolle und tote Religion übrig.

Das was die "Gemeinden" heute als "Gottesdienst" darbieten hat folglich nicht im entferntesten etwas damit zu tun, was die Bibel als echte Gemeinschaft beschreibt. Meiner Meinung nach rührt die Übernahme des ägyptischen Predigtgottesdienstes einfach daher, da die allermeisten Menschen in den Gemeinden/Sekten nicht neu geboren wurden und sie per Monologe einfacher zu betreuen sind, da keinerlei echte geistliche Regung bemerkbar wäre.

Das aber kann ich, da ich am Anordnen bin, nicht loben, dass eure Zusammenkünfte nicht besser, sondern schlechter werden. 1. Kor 11,17