Der sogenannte Missionar

Der sogenannte Missionar

Dreierlei benötigt der heutige "Missionar":

a) Eine Digitalkammera
b) Einen Internetanschluß in seinem Missionsgebiet
c) ein freudiges Lächeln

Erst mit diesen Dreien zusammen kann sich der Egrotripp-Missionar richtig gut präsentieren und seinen gottgegebenen "Segen" plastisch darstellen. Die Investoren - nein die gottesfürchtigen Spender wollen ihre Investition - nein den daraus gewirkten Segen präsentiert bekommen. Dem Gott des Mammons sei es gedankt, hat der Staat nach Römer 13 die Spendenquittung erfunden und so läßt sich doch noch das Scherflein wieder aus dem Opfer zurück holen. (Via e.V.-Gemeindeform eröffnen sich bezüglich Steuer und der damit verbundenen spirituellen Demokratisierung der e.V.-"Gemeinde" noch ganz andere Abgründe bis hinab ins Totenreich.)

Der Internetanschluß ist wichtig. So scheiden dann auch schnell mal Ländern aus, die doch zu schmutzig oder gar auf einem Drittweltlandniveau wären. Freilich muß man sich als tätiger Missionar im fernen Heimatland präsentieren aber zu viel persönlich kosten soll die "Mission" schließlich auch nicht. Ein kaltes Bier sollte das Missionsland als Mindeststandard schon bieten können. Zu kalt ist nicht sonderlich und zu heiß sollte es auch nicht sein - so bleiben am Ende nicht mehr SO viele Länder übrig und so wundert sich der Missionar, was wohl nur all die anderen Missionare allerlei Denominationen wie Sekten gerade in seinem Missionland zu suchen haben? Schon merkwürdig, wie "Gottes" "Ruf" alle ins das selbe Land geführt hat.

Man kennt das Bild aus deutschen Städten: Eine fromme Sekte neben der nächsten darbietet sich mal in super-biblisch bis ganz-cool. Da werden dann überwiegend die Perlen vor die Schweine geworfen und nicht selten von Schweinen für Schweine. In der absoluten Minderheit mag es hoffentlich auch Echte geben - freilich sieht sich auch manches Schwein als gerade DAS echte Schwein/Missionar.

Mission wird heute scheinbar eher als Hobby betrieben. Man geht mal hier hin mal da hin - da läuft es schlecht - dann zieht man wieder weiter. Geld ist in den sog. Gemeinden schon vorhanden, damit sie einen Missionar unterhalten können. Vielleicht den Missionar noch von der Steuer absetzen, und vor allem das Gemeinde-Gewissen durch diese Art das Ablasses erleichtern können. Einmal im Monat gibt es dann den Lagebericht per obigen a), b) wie c).

Keinen normale Christen trifft man auf der Straße - ABER einen Missionar 20000km entfernt hält man am Laufen.
"WIR haben einen Missionar in X oder wir haben x Missionare in Y". Der Massstab der Geistlichkeit einer Gemeinde scheint sowieso der zu sein, wieviele "Missionare" sie hier wie dort haben. Da missioniert dann Denomination x die "Christen" von Denomination y weg.

Von diversen sogenannten Gemeinden die mir bisher begegnet sind, hatte ich noch nicht gehört, daß auch nur ein Missionar mal wirklich in einem Land gewesen wäre, was man als lebensgefährlich bezeichnen könnte. Komischer Weise ruft deren Gott die Missionare nur in die "Südsee".

Mission scheint heute auch ein frommer Ego-Tripp zu sein. Für die frommen Schreihälse bietet sich die Straßenpredigt an, wo er dann physisch erhöht und völlig gegen den Strom das kommende Gericht Gottes mit 120 dB entgegen schmettern kann. (nachzusehen auf youtube-Kanal 359) Der nächste, nie einen Beruf gelernt noch bekommt er einen Nagel gerade in die Wand: Wer nichts wird wird nicht mehr Wirt, sondern oftmals Missionar. Schwester Glaubichnicht will mal probieren, ob sie vielleicht die "Gabe zur Mission" hätte und spielt Missionarin auf Mallorca. Der frische Bibelschulabsolvent muß sein anstudiertes Wissen wie bronzenes Bibelschuldiplom natürlich auch in der Praxis erproben. Kommt so jemand dann wieder in seine Gemeinde zurück, hat er schon den Status als gestälter "Missionar" innen. So etwas ist für eine Gemeindekarierre immer förderlich.
Überwiegend muß man vielleicht ganz froh darum sein, daß die meisten Missionare sich gegenseitig auf die Füße treten. So bringen die allermeisten Missionare, da in der Lehre meist völlig irre, noch die echten Christen in den fernen Ländern durcheinander und zerstören gar deren Gemeinschaften mit ihren irrlichternen Lehren oder ihrem Guru-Gehabe.

Das Hauptproblem der meisten Missionar ist, daß sie nie von Gott berufen wurden oder oft gar, daß jene nicht mal Christen sind. Sie sind Calvinisten, Darbysten, Pfingstler, Guru-Christen - aber wie will so jemand, der in allerlei Irrlehren beständig dem Heiligen Geist wiederstrebt von IHM jemals einen Auftrag bekommen? Niemals. Gott würde sich hüten so jemanden auch nur einen Millimeter auf diesem Weg beizustehen damit er in SEINEM Namen Unsinn erzählt oder zu einer irren Denomination verführt.

Und spricht Gott nicht, na dann geht man halt selbst. Irgend ein Bibelvers "spricht" dann schon zu dem Missionar und wenn es sein muß 6 mal "durch die Bibel" bestätigt. Statistisch ist es eine Frage der Zeit bis "ein Bibelvers spricht". Das mag eine Methode sein, aber dies muß unbedingt der Heilige Geist der im Heiligen wohnt dann klar bestätigen. Und wo sind schon jene, die neben ihrem frommen Ego, unreinem Gewissen, befleckten Herzen da noch das Reden des heiligen Geistes hören könnten? Meist hören sie ja doch nur sich selbst, sind sich selbs Gott, oder ihre Gemeinde ist ihr Götze.

Der fleischliche Weg ist: Viel hilft viel. Viel Geld - viel Manpower - irgendwie wird schon etwas dabei heraus kommen. Bei Gott ist es eher umgekehrt. Einer wird berufen der dann auch im Willen Gottes steht und geht und Frucht bringt. Warum sollte Gott Missionare irgendwohin schicken, durch jene sich keine Menschen bekehren? Wenn Gott einen Menschen als Missionar beruft wie schickt, so steht bereits das Ergebnis fest: Durch jenen werden Menschenseelen gerettet. Ist jemand "Missionar" und durch jenen kommt niemand zum echten Glauben - warum nennt er sich dann Missionar?

"Danach aber bestimmte der Herr noch 70 andere und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte. Er sprach nun zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende! Lukas 10,1-2"

- Jesus bestimmt den Missionar, keine Gemeinde.
- Jesus definiert den Zielort, keine Gemeinde.
- Er ist Arbeiter und versteht sein Handwerk der Mission

Komisch ist, daß obiger Vers oft zitiert wird, aber Vers 9 meist in dem Zusammenhang unterschlagen wird:

"und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!"

Das wäre auch ein Ausweis, daß jener ein echter Missionar im Auftrag Gottes wäre. Weil nur reden kann jeder.

Freilich kann ein falscher Missionar niemanden heilen - weder physisch noch psychisch; umgekehrt schaden solche falsche Missionere meist seelisch wie physisch den Zuhörern.

Oder wie sieht es mit dem sogenannten Missionsbefehl aus: (die unzensierte Fassung):

"Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen." Markus 16,15

Was sind die Folgen einer von Gott gewirkten Mission - nicht allein im Wort, sondern auch in der Erweisung der Kraft...

Ist es ein Zufall, daß diese Kraftwirkungen direkt mit dem Missionsbefehl zusammen genannten werden? Wie hat man schon den "Markusschluß" verflucht - muß das jetzt in unserer Bibel stehen. Ungeistliches Tippex wird dann mal wieder auf solche Stellen gestrichen die nicht ins dogmatische Rahmenwerk passen. Manche tun es als heilsgeschichtliche Einmaligkeit ab. In meiner Bibel steht es jedenfalls geschrieben.

Markus 16 Missionsbefehl ja - aber nein zu echten Kraftwirkungen, die könnten sonst noch deren fehlende Missionars-Berufung offenbaren. Und wo keine echt geistliche Kraft, da wirkt dann nur noch die Kraft aus dem Fleisch - mit allen Folgen des Fleisches.

Ich teile gerne des Wort und die Heilszeiten ein aber ich teile doch nicht mitten im Text indem ich den sogenannten Missionsbefehl zitiere und den Rest unterschlage.

Aber wohl ist das noch das geringste Problem bei der ganzen Missioniererei - der Fehler im System beginnt damit, daß die meisten gar nicht von Jesus geschickt wurden.

"Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!" Mat 7,22-23

Hier denkt man vielleicht an die vielen okkult-Missionare primär aus den Sekten der Pfingstler wie Pseudo-Charismaten. Aber wieviele der anderen Missionare werden ebenso "Herr, Herr" rufen und DER Herr kannte jene nicht einmal - ein Super-Gau der dann rückgängig zu machen in Ewigkeit nicht mehr möglich sein wird. Selbst von ihrem Treiben überzeugt wird viel getan, aber nicht im Willen Gottes noch hätte Gott jene beauftragt.

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