Mose im Nil als Argument für den staatlichen Schulunterricht

Mose im Nil als Argument für den staatlichen Schulunterricht

Oft wird die Geschichte mit Mose (2. Mo. 2) im Nil für die Rechtfertigung der Fremdbetreuung der Kinder gebraucht.

Schaut man sich die Geschichte aber genauer an, steht:

"... legte es in das Schilf am Ufer des Nils."

Mose wurde nicht in das wilde Wasser gelegt und "es seinem Schicksal" überlassen. Mose wurde IN das Schilf gelegt und schwamm nicht weg und:

"Aber seine Schwester stellte sich in einiger Entfernung auf, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde."

Es wurde auch darauf geachtet, was mit Mose passieren würde. Um im Gleichnis zu bleiben, das ist in der Schule usw. nicht möglich, da die Eltern die Schule nicht selbständig betreten dürfen noch die Klassenräume dauerhaft. Beschaut man sich die Geschichte gesamt, so war eher arrangiert, daß Mose beim Hof das Pharaos ankommt. Freilich auch mit Gottes Hilfe.

Ich halte dieses Geschichte für ungeeignet, damit die staatliche Beschulung zu verargumentieren. Wäre die Geschichte so, daß Mose tatsächlich in dem Kästchen sich selbst dem strömenden Nil überlassen worden wäre und dann beim Hof des Pharaos gelandet wäre, würde die Argumentation eher stimmen. Andere Bibelstellen mögen hier besser geeignet sein. Wobei man für die Gegenmeinung des Heimunterrichts - so man wollte - sich auch anderer biblischer Geschichten des ATs bedienen könnte. Spontan fällt mir dazu Samuel ein oder die Idee, daß Israel seine Kinder in die Schule bei den Philistern gegeben hätte.

Persönlich halte ich die Entscheidung ob Staatsschule oder Heimunterricht für eine individuelle Entscheidung die je nach den Umständen getroffen werden muß.

 

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