Losungen - warum man sie nicht benutzen sollte

Herrnhuter Losungen haben „großen ökumenischen Charakter“

Es ist das beliebteste Andachtsbuch in Deutschland und seit 1731 ununterbrochen erschienen: die „Losungen“ der Evangelischen Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine). Doch nur wenige Leser wissen, wie der Inhalt des Andachtsbuches zustande kommt.

In Herrnhut werden in einer silbernen Schale 1.800 (anm. also nur ein Bruchteil des AT) alttestamentliche Verse verwahrt – allerdings als Nummern. Jede einzelne Nummer ist einem alttestamentlichen Text zugeordnet. Die Verlosung findet in einer schlichten Feier mit Gebet statt. Die ausgelosten Sprüche werden dann für zwei Jahre zur Seite gelegt. Dann werden sie wieder der Silberschale zugefügt. Doch nun erst beginnt die eigentliche Arbeit. Eine Herrnhuter Pfarrerin sucht zu den ausgelosten alttestamentlichen Versen einen neutestamentlichen Text sowie ein Gebet oder einen Liedvers aus. Hat sie ein Vierteljahr bewältigt, verschickt sie die Vorschläge an den Losungsprüfungs-Ausschuss, dem etwa zehn Personen angehören. Dieser prüft jeden neutestamentlichen Text, aber auch die Gebete und Liedstrophen, ob sie zu den alttestamentlichen Versen passen.

Aber auch für die alttestamentlichen Texte existiert ein Ausschuss, der etwa alle zehn Jahre überprüft, ob die 1.800 Verse aus dem Alten Testament heute noch theologisch zu vertreten sind. Sind sie es nach Meinung der Kommission nicht mehr, so werden sie gegen andere Bibelstellen ausgetauscht.
Der badische Altlandesbischof Klaus Engelhardt, der dem Ausschuss zur Überprüfung der Verträglichkeit von AT- und NT-Stellen angehört, bezeichnete unlängst die Herrnhuter Losungen als „ökumenisches Brevier“ mit einem „großen ökumenischen Charakter“.  Dieser kam in diesem Jahr ungeschminkt ans Tageslicht, als im August und September die „Losungen“ Texte aus den Apokryphen zur täglichen Bibellese präsentierten. Mit Apokryphen werden Schriften bezeichnet, die das Judentum nicht in das Alte Testament aufnahm, darunter ein Tobias-, ein Weisheits- und ein Jesus-Sirach-Buch sowie zwei Makkabäer-Bücher. In „evangelischen“ Bibeln sind diese Bücher zumeist nicht zu finden. Für die röm.-kath. Kirche gelten sie jedoch als heilige Schriften, aus denen z. B. die Lehre des Fegefeuers entnommen wird.
Die ökumenische Akzentuierung der „Losungen“ hat auch einen klaren ökumenischen Hintergrund. So beteiligten sich die Herrnhuter 2002 an den Assisi-Friedensgebeten der Weltreligionen unter Leitung des Papstes und unterschrieben auch die europäische Charta Oecumenica. Außerdem gehören sie neben Katholiken, Evangelischen und verschiedenen ev. Freikirchen zum ökumenischen Arbeitskreis Christlicher Kirchen  (ACK). Topic 12/2006

anm.: Die Losungen sind als keine Losungen sondern eine beliebige Auswahl an "politisch korrekten" Versen. Sicherlich ist es Gottes Wort, wenn auch nur nach der schlechten Luther-Übersetzung, jedoch stellt dieses willkürliche Selektion nichts weiter als Zensur dar. Hätte man genug Glauben, dann würde man alle Bibelverse zur Auswahl stellen.

Autor unbekannt