Lied: Was erlebt man? schnöde Zeiten

1. Was erlebt man? schnöde Zeiten. Wer kann ohne Trauern sein, denn Verderben dringt herein. Was man von den Christenleuten, ihrem Namen rühmlich spricht, zeigen ihre Werke nicht.

2. Jeder will ein Christ zwar heissen; doch in Christi Bünd niss steh'n, seinen Kreuzesweg zu geh'n, will sich keiner recht befleissen, und aus seinem Thun erhellt, er gehöre noch der Welt.

3. Jeder denkt, wenn er ein Christe bloss nur nach dem Namen sei, fall' ihm Erb' und Himmel bei; doch die meisten dieser Lüste schlagen kühnlich in den Wind, wozu sie der Nam' verbind't.

4. Kann auch der wohl Nut. zen fassen, ob er auch ein Christ sich nennt, da ihn Christus selbst nicht kennt? Will er nicht die Sünde lassen, wird der schöne Nam' allein einst schon sein Verdammer sein.

5. Hilft's auch, dass man sein Geschlechte bis aus Jacob's Lenden zählt, wenn sein Glaub' und Werke fehlt? So geht's mit dem Christenrechte, denn ein Christ soll ohne Schein seinem Meister ähnlich sein.

7. Da erlangt das Zeichen Leben, wenn man das, was vorgehild't, eifrig mit der That erfüllt; denn ein Christ muss sich bestreben, stets zu wandeln Christi Bahn, ausserdem bleibt alles Wahn.

8. Ruft ihr: hier des Herren Tempel, hier sein Feuer, Volk und Heerd! Merkt! wer sein Gebot nicht ehrt, dem steht Sodom zum Exempel, und die bloss nur: Herr, Herr! schrei'n, gehen nicht zum Himmel ein.