29.1  Vorrede

Menno Simons wünscht dem edlen und hochgelehrten Herrn Johann a Lasco und seinen Mitarbeitern, sowie jedermann in Ostfriesland, was immer für einem Stande oder Verhältnisse er angehören mag, wahren Glauben, klare Einsicht, wahre Erkenntnis, den heiligen Geist, die liebliche Furcht und reine Liebe des Herrn, einen unsträflichen Wandel und das ewige Leben, von Gott, unserm himmlischen Vater, durch Jesum Christum, seinen geliebten Sohn, unsern Herrn, der uns geliebt hat und gewaschen hat mit seinem Blut; dem selbigen sei Ruhm, Ehre und Preis, Reich, Kraft und Majestät von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.

Liebste Freunde und Brüder, als ich Ausgangs des ersten Monats des Jahres 1543 bei euch in Emden war und drei oder vier Tage lang mit euch in Liebe die streitigen Punkte unseres Glaubens und unserer Religion besprach – zu welchem Zwecke ihr mein Erscheinen schriftlich begehrt hattet – nämlich erstens, die Menschwerdung unseres lieben Herrn Jesu Christi, wozu ihr mich, wie ihr wohl wisst, gegen meinen Willen genötigt habt und zweitens die Taufe der unmündigen Kinder und wir hierin nicht übereinkamen, so habt ihr freundlich Abschied von mir genommen und mich mit Frieden meine Straße ziehen lassen, jedoch mit dem Begehren, dass ich den Grund meines Glaubens, welchen ich in Schrift gebracht hätte, innerhalb einer bestimmten Zeit, nämlich drei Monaten, abschreiben und euch zusenden sollte, auf dass ihr durch solch schriftlich erläutertes Bekenntnis eurer von Gott berufenen Obrigkeit unsern Glauben, unser Streben, Verlangen und unser Leben (welches dennoch sehr hinfällig und schwach ist) zeigen und ihr kund tun könntet, auf was für Fundament, Schrift und Gründe die Lehre, der Glaube und das Leben, welche wir uns vornehmen, gegründet wären. Ich hoffe zuversichtlich durch des Herrn Gnade, dass ihr dasselbe nicht aus böser Gesinnung oder Absicht getan und von mir erbeten und begehrt habt.

Darum habe ich dieses euer freundliches Begehren zu erfüllen versprochen, heiter und fröhlich im Geiste, damit also durch eure Vermittlung unser Glauben, unsere Lehre und unser Lebenswandel denjenigen, die hohen Standes sind und denen das äußerliche Schwert übertragen ist, aufs Allerbeste vorgelegt und bekannt gemacht werden und der schlimme Verdacht, welcher sich gegen uns erhoben hat infolge des verderblichen Aufruhrs und der schändlichen Lehre und des Gebrauchs der falschen Propheten, welche beständig diesem Evangelium zum großen Hindernis, unter einem heiligen Schein und dem Buchstaben der Schrift aufstehen, in den Herzen der Weisen und Klugen verschwinden möge, da wir doch von der gräulichen Lehre, vom Aufruhr, Meuterei, Blutgier, Vielweiberei und dergleichen Gräuel vor unserm Gott, der alle Herzen kennt, rein und frei sind, ja, dieselben aus dem Grund unserer Seele als offenbare Ketzereien, Gewissensfallstricke, Seelenverführungen, Betrug und pestilenzialische Lehren, die von allen göttlichen Schriften verflucht und mit dem Bann belegt werden, hassen und bekämpfen. Denn wie sollten doch die rechten Brüder und Schwestern Jesu Christi, die willigen Kinder Gottes, die mit Christi Jesu von oben aus Gott dem Vater und dem kräftigen Samen des göttlichen Wortes geboren und durch Christum wiedergeboren und erneuert, seiner Art, seines Geistes und seiner Natur teilhaftig, ihm gleichförmig, christlich und himmlisch gesinnt sind, Aufruhr lehren, anstiften oder gutheißen können? Sie sind ja in allen Dingen, nach dem Maße ihres Glaubens, dem Fürsten des ewigen Friedens zum Gehorsam bereit, ihm, der doch den Seinen nichts anderes als Leidsamkeit, Geduld und den ewigen Frieden hinterlassen und gelehrt hat, indem er sagte:

»Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.« (Joh 14,27)

Ferner:

»Friede sei mit euch.« (Joh 20,19)

Denn sein Reich ist ein Reich der Liebe, der Einigkeit, des Friedens und der Besserung und nicht des Hasses, Aufruhrs, Blutes, Unfriedens und der Zersplitterung (Röm 14,19).

»In Frieden hat uns Gott berufen.« (1Kor 7,15)

»Der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid.« (Kol 3,15)

»Selig sind die Friedfertigen.« (Mt 5,9)

Paulus sagt:

»Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben.« (Röm 15,13)

Ich weiß wohl, meine Liebsten, dass diese angeführten Stellen größtenteils vom innerlichen Frieden, der durch Christum kommt, gesprochen sind; allein wer diesen inwendigen, christlichen Frieden recht in seinem Herzen trägt und beschlossen hat, wird nimmermehr zu Aufruhr, Verrat, Meuterei, Mord, Diebstahl und dergleichen Schändlichkeiten seine Zustimmung geben oder vor Gott und der Welt darin schuldig erfunden werden; denn der Geist Christi, der in ihm ist, sucht nichts Böses, sondern Gutes, keinen Bruch, sondern Heilung, nicht das Verderben, sondern Hilfe, ist überall beflissen, mit allen Menschen im Frieden zu leben, so viel ihm möglich ist; er sucht den Frieden und trachtet demselben nach, ja, er

»jagt nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen.« (Hebr 12,14)

Seht, meine lieben Freunde und Brüder, durch diese und andere Schriftstellen und Gründe werden wir gelehrt und gewarnt, das Ergreifen des buchstäblichen Schwertes weder zu lehren noch gutzuheißen (ausgenommen das gewöhnliche Schwert der Obrigkeit, wenn es angewendet werden muss), sondern nur des zweischneidigen, kräftigen, scharfen Schwertes des Geistes, das aus des Herrn Mund geht, nämlich des Wortes Gottes (Eph 6,17; Hebr 4,12; Offb 1,16; 19,15). Mit diesem begehren wir das Reich des Satans von Grund auf zu zerstören, die ganze Welt zur Seligkeit und Besserung zu zwingen und alle versteinerten und verstockten Herzen zu zertrümmern und tot zu stechen. Ja, wir begehren mit diesem durch des Herrn Geist, Gnade und Kraft alles Fleisch, Hoch und Niedrig, Reich und Arm, Gelehrt und Ungelehrt, zu beschneiden von allem Hochmut, Prunken, Prahlen, Geiz, Wucher, falschem Kaufhandel, Lug, Betrug, Diebstahl, Rauben, Vergießen unschuldigen Blutes, Hass, Neid, Ehebruch, Hurerei, Unkeuschheit, unnatürlichen Unreinigkeit, Gefräßigkeit, Weinsaufen, Trunkenheit, Prassen, von dem schrecklichen Fluchen und Schwören, der Blindheit, Eitelkeit und der gräulichen ungebührlichen Abgötterei, auf dass sie alle miteinander, sie seien, wer sie wollen, durch die reine Furcht des Herrn, aus welcher die sichere Erkenntnis der Urteile Gottes kommt, in ihrem inwendigen Menschen vor Gott erniedrigt und gedemütigt, hernach durch die sichere Erkenntnis der Wohltaten Gottes, die er uns so reichlich durch Christum Jesum erwiesen hat, erquickt und getröstet werden und sich so freiwillig aller ihrer eigenen Weisheit, Vernunft, Philosophie, Sophisterei, Unwilligkeit, Trägheit, ihrer schädlichen Lüste, ihres Unglaubens, Ungehorsams und des sehr verirrten, fleischlichen, tollen Lebens dieser Welt begeben und dagegen in allerlei gottselige Weisheit, Wahrheit, Liebe, Ernst, Nüchternheit, rechte Sakramente, rechten Gottesdienst, den vollen Gehorsam Gottes und Christi und alle christlichen Früchte, die aus einem reinen Herzen, guten Gewissen und ungeheuchelten Glauben hervorgehen, eintreten mögen.

Wir streiten also nicht mit fleischlichen, sondern mit geistlichen Waffen – mit Geduld und dem Worte des Herrn – und im Vertrauen auf Christum gegen alles Fleisch, gegen Welt und Teufel und sollen auch in Ewigkeit keine andern Waffen bei uns gefunden werden. Fürchten uns darum nicht (denn seht, in Christo Jesu, ich lüge nicht); wir suchen nicht euer Verderben, sondern eure Besserung, nicht eure Verdammnis, sondern eure ewige Seligkeit, nicht euer Fleisch und Blut, sondern euren Geist und eure Seele. Aus dieser Ursache habe ich sieben Jahre lang große Verlästerung und Schmach, Bangigkeit, Ungemach, Verfolgung und die größten Gefahren gefangen genommen zu werden ausstehen müssen und nimmt dies noch täglich zu.

Denn je mehr das Wort des Herrn sich durch Gottes Gnade zur Besserung etlicher Menschen (deren gleichwohl nur sehr wenig sind) ausbreitet, desto mehr wächst und erhebt sich der Hass und die Bitterkeit gegen mich, so dass ich bis zu dieser Stunde in allen diesen Ländern rund herum, wo man sich leider schon lange viel mehr des Wortes, als der Furcht Gottes rühmt, kein Hüttlein, noch ein Kämmerlein aus Lehm und Stroh zu kriegen weiß (der Herr sei gebenedeit), wo meine arme Frau mit unsern kleinen Kinderlein ein Jahr oder ein halbes in Freiheit ruhen und wohnen könnte. O ihr grausamen, unbarmherzigen Christen! Ach, würden doch alle Herren und Fürsten und alle Weisen und Gelehrten das Suchen, Vornehmen und Begehren meines Herzens kennen und auch das Herz unserer lieben Brüder, die durch des Herrn Gnade, Geist und Wort in einen andern Geist oder die neue Geburt verändert sind; und verstünden sie unser Treiben und Lehren, wie leicht würde alsdann ihr Herz und Sinn eine Veränderung erfahren! Da sie aber alle miteinander, mit nur sehr wenigen Ausnahmen, nichts als eitel Erde und Fleisch sind und Christi Geist nicht haben, so können wir leider von ihnen nichts hören, als Schelten und Verketzern, noch dürfen wir auf dieser Erde etwas anderes von ihnen (ich rede hier von den Bösen) erwarten, als Sack, Pfahl, Wasser, Feuer, Rad und Schwert, zum Lohn der Dankbarkeit dafür, dass wir unsere und der ganzen Welt Bekehrung, Seligkeit und ewiges Leben mit so großem Eifer, Sorge, Mühe und Arbeit aus Herzensgrund begehrt und gesucht haben und noch suchen. Denn ich jage gewiss nichts anderm nach (dessen Gott mein allerhöchster und wahrer Zeuge sei), als dass der Gott des Himmels und der Erde durch seinen gebenedeiten Sohn, Christum Jesum, sein Lob recht haben möge in seinem gebenedeiten Worte; dass alle Menschen selig werden und aus ihrem tiefen Sündenschlaf aufwachen mögen in dieser angenehmen Zeit der Gnaden (Röm 13,11); und dass sie die anklebenden Sünden und die verdammlichen Werke der Finsternis ablegen und hingegen die Waffen des Lichts anlegen mögen (Hebr 12,1; Röm 13,12); auf dass sie so zusammen mit uns durch wahre Buße und Reue (Lk 3,3); rechte Lehre, rechten Glauben, rechte Taufe (Mt 28,19; Mk 16,16), rechtes Abendmahl, rechten Bann oder Absonderung (Mt 18,17; 2Th 3,6), rechte Liebe, rechten Gehorsam und rechtes Leben eine heilige christliche Kirche, Gemeinde und Leib in Christo Jesu werden mögen, welchem heutzutage die ganze Welt mit beiden Schultern und Hörnern aufs Allerstärkste widerstreitet, da sie nicht haben will, dass Christus Jesus, in Ewigkeit gebenedeit, über sie herrschen soll (Lk 19,47). Ja, sie verfolgen, verbannen, verbrennen, morden und rotten alle diejenigen aus, welche ihnen des Herrn Rechte, Lob, Ehre, Preis, Willen und Gebot von ganzem Herzen lehren und verkünden. Doch genug über dieses Thema.

Da ich denn euren freundlichen Wunsch in dieser Sache erfülle und euch meine Lehre, meinen Glauben und mein Streben, wie ich es vorher mündlich getan habe, nun durch diese meine Schrift aufs Allergenaueste bekenne und kund mache, zu welchem ich nach Petri Lehre allen Menschen bereit stehe, wie oben gesagt worden ist, so begehre ich von euch, so lieb euch Christus Jesus ist, dass ihr dieses mein Bekenntnis, welches Gottes Wort ist, nicht mit blinden fleischlichen Augen prüfen wollet, wie die tolle, unverständige Welt tut, die alles nach ihrem eigenen Willen, aber unter Christi Namen ausgerichtet und gelehrt haben will; und dass ihr auch nicht nach fleischlicher Kunst und Weise, wie z. B. mit Dialektik und dergleichen menschlichen Weisheit, sondern einzig und allein mit des Herrn Wort und Wahrheit prüfen und richten wollt, als diejenigen, welche des geistlichen Urteils rechten Sinn und Verstand haben, nämlich als unsträfliche wiedergeborene Christen, die voll sind von der Erkenntnis, Liebe und Furcht Gottes, die vom heiligen Geiste getrieben werden, die nicht der Menschen Gunst, Lob und Ehre, nicht eigenen Nutzen und fleischliche Wohlfahrt, sondern nur die Ehre und den Ruhm ihres Gottes und die ewige Seligkeit ihrer Brüder suchen; denn solchen allein, und nicht den Fleischlichen, kommt das geistliche Urteil zu (1Kor 14,29). Der Geist Gottes lehrt, urteilt und unterscheidet alle Dinge. Paulus sagt: Denn niemand weiß,

»was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist. Also auch weiß niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes.« (1Kor 2,11)

Prüft deshalb euer Vornehmen und das Innerste eurer Seele wohl, als vor Gott, der alle Dinge sieht. Befühlt euch selbst von innen und öffnet euer Herz vor dem Herrn. Ist es der Fall, dass ihr noch irgendwelche fleischliche Freiheit, Lust, Ehre und Nutzen sucht, so wird ohne Zweifel euer Urteil in geistlichen Sachen, besonders was das äußerliche Bekenntnis angeht, ganz fleischlich, eigensüchtig, parteiisch, unrichtig und falsch sein. Ihr werdet auch, um euch selbst zu entlasten und der Welt zu gefallen und ihr zu willen zu sein, die klaren, hellen Zeugnisse der heiligen Schrift durch logische und sophistische Vernunftgründe verdrehen und verkehren. Seht wohl zu und hütet euch, dass euch der gräuliche Zorn des Herrn nicht wegen solchem strafe. Ich weiß wohl, warum ich euch dies schreibe. Ich hege große Furcht für eure Seelen. Bedenkt, was ich meine. Ist aber euer Herz aufrichtig, rein und fromm vor Gott, wie ich hoffe, und achtet ihr mit Ernst auf die Wahrheit, so werdet ihr durch des Herrn Gnade wohl erkennen, dass unsere einfache Lehre, unser Glauben, unsere Sakramente und bei dem meisten Teil das Leben, besonders das äußerliche, unsträflich, christlich, evangelisch, ja, mit Gottes Geist und Wort in Übereinstimmung sind.

Und wenn Gott in seiner Barmherzigkeit und Güte es geben sollte, dass ihr dies innerlich, in eurem Herzen, als Gottes unveränderliches Wort und Willen, ja, als Gottes Lehre, Geist und Kraft erkennt, so bitte ich euch durch das rote Blut unseres Herrn Jesu Christi, dass ihr es mit frohem, dankbarem Herzen empfangen und bei eurer verordneten Obrigkeit, sowie bei allen Menschen ein solches Urteil fällen wollt, als euer Herz, Geist oder Gewissen euch in Betreff unserer Lehre, unseres Glaubens, unserer Sakramente und unseres Lebens als das rechte angibt. Fürchtet keines Menschen Hoheit und verschmäht niemandes Geringheit. Geht männlich und aufrecht durch die königliche Straße und sprecht die helle, klare Wahrheit zu allen Menschen mit einem guten Gewissen, auf dass ihr nicht gegen das innerliche Verständnis und Urteil eurer Seele oder eures Geistes zu eurer ewigen Verdammnis lehrt, sprecht, urteilt oder zeugt, da ihr doch selber durch des Herrn Wort wohl erkennt, dass derjenige, welcher wider den heiligen Geist redet oder lästert, weder in dieser noch in der zukünftigen Zeit Vergebung erlangen wird (Mt 12,32; Lk 12,10; Mk 3,29). Darum, meine Liebsten, prüfet euren Geist recht. Seid ihr geistlich, so wird auch euer Urteil ohne Zweifel geistlich, recht und gut sein; seid ihr nicht und wollt göttliche Sachen nach eurem Mutwillen urteilen, dann wehe euch. Ich spreche mit euch als mit denjenigen, deren Seelen ich nach meinen Kräften suche und liebe. Obwohl ihr viel gelehrter seid, als ich bin, so lehre und ermahne ich euch dennoch, in allen Dingen recht zu urteilen, ohne Rücksicht auf Fleisch oder Partei; denn ich befürchte sehr, dass nicht wenige, die zum Teil hochberühmte Männer waren, in Gelehrsamkeit sehr hervorleuchteten und eines Teils Gott zu fürchten schienen, um schändlichen Gewinns, weltlicher Ehre und fleischlicher Lüste willen und um den Mächtigen und Gewaltigen zu gefallen, mit verdrehter Schrift gegen Gott und sein gebenedeites Wort und gegen ihr eigenes Gewissen und ihre Überzeugung zur Verachtung des Kreuzes Christi sehr schändlich geschrieben, geurteilt und gelehrt haben.

Nun wohlan. Ein jeder sehe wohl zu, dass er die rechte christliche Wahrheit mit reinem Herzen suche und ihr mit Eifer nachjage, dann wird es ihm schon glücken. Christus Jesus sagt: Alle, die an meiner Rede bleiben, werden meine rechten Jünger sein; sie werden die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird sie frei machen. Ferner: Die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit verstehen; und die gläubig in der Liebe sind, werden seinen Willen tun. Und:

»Das Geheimnis des Herrn ist unter denen, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.« (Ps 25,14)

Der allmächtige Vater gebe euch durch seinen gebenedeiten Sohn, Christum Jesum, in allen Dingen den rechten Verstand und klare Einsicht, um nach der evangelischen Wahrheit recht zu urteilen und das Heilige vom Unheiligen, das Gute vom Bösen, das Gerade vom Krummen und das Reine vom Unreinen zu unterscheiden, auf dass diejenigen von euch, welche ihre großen Vorteile, Ehre und Herrlichkeit um des Evangeliums Jesu Christi willen aufgegeben haben, sich fortan, gelehrt durch die sichere, wahrhaftige Erkenntnis der Schrift und gedrungen durch den heiligen Geist, in allerlei gottselige Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und in den Gehorsam desjenigen begeben mögen, der uns mit seinem kräftigen Worte gelehrt, mit seinem Geist gezogen und mit seinem roten, teuren Blut erkauft und erlöst hat, nämlich Christi Jesu, Amen.

Urteilt recht und bekennt die Wahrheit.