28.3  Schluss

Hier habt ihr, werte Leser, unsere Entschuldigung und billige Verantwortung gegen die bittern, neidischen Erdichtungen und Lästerreden unserer Missgönner. Dabei wollen wir leben und sterben und am Tage des Gerichtes vor unserm Gott erscheinen. Bei manchen werde ich mir damit vielleicht keinen großen Dank verdient haben.

Dennoch, da sie überall mit solchen unmenschlichen Lügen und lästerlichen Scheltworten unser aller Ehre und guten Namen so erbärmlich hinter unserm Rücken rauben und stehlen; das edle, werte Wort unseres Herrn Jesu Christi so jämmerlich verfälschen und unterdrücken; das ganze Erdreich in seinem unbußfertigen und gottlosen Wesen erhalten und beschützen und so manches gottesfürchtige, fromme Kind in schweres Leid bringen, haben wir dies aus großer Not zur billigen Entschuldigung und christlichen Verantwortung aller Frommen und Gottesfürchtigen und auch zu einer wahren Anweisung der ewigen göttlichen Wahrheit in treuer Liebe dargelegt, auf dass hiermit alle verständigen Leser, die unsern mündlichen Bescheid nicht hören können, zwischen uns und unserer Widerpartei recht richten, unser aller Unschuld hören und die elende, missachtete Wahrheit, die ihnen von ihren Predigern so jämmerlich geraubt und gestohlen wird, kennen lernen mögen. Wir wollen hiermit diese und alle andern unverschämten Lügen und Lästerreden, die so feindselig über uns ausgerufen werden, in des Herrn Hand stellen und seiner Allwissenheit bis an den Tag des jüngsten Gerichtes übergeben.

Sie mögen nur ihres Vaters Art beweisen und das Maß der Blutgier bis oben anfüllen, es will doch nicht anders sein. Wir hoffen durch des Herrn Gnade unsere Seelen in Geduld zu fassen und unser Angesicht von denen, die uns anspeien, nicht zu kehren (Jes 50,6), bis der kommen wird, der da kommen soll (Hebr 10,37). Alsdann werden sie sehen, wen sie gestochen haben (Offb 1,7). Ich will hiermit meine Leser und Zuhörer, sie seien von hohem oder niederem Stande, gelehrt oder ungelehrt, um Jesu willen aus Herzensgrund gebeten haben, mir diese meine Arbeit in aller Liebe im Guten aufnehmen und recht deuten zu wollen, daich sie nicht anders, als zum Preise meines Gottes und zum Dienste aller Gutgesinnten getan habe und zwar mit der Zuversicht, dass die Obrigkeit (ich meine die verständig ist und nicht gerne wider ihren Gott handeln möchte) etwas besser Acht haben möge, dass sie das gottlose Wesen nicht länger beschützen noch unschuldiges Blut auf sich lade; dass die Prediger, welche aus Unwissenheit irren, durch diese klaren Anweisungen von ihrem Lügen, Lästern, Schelten und Verführen ablassen und nicht länger mit ihrer gottlosen Lehre, ihren Sakramenten und ihrem Leben dem Reich der Hölle dienen und eine Stütze sein mögen; und dass der gemeine Mann sein Herz und Gemüt auf des Herrn Wort richten, den rechten Weg suchen, den Herrn fürchten, seinem bösen Wesen absterben und sein sündhaftes Leben bessern möge.

Meine herzensgründlich lieben Leser, lasst es euch nicht verdrießen, wenn das Fleisch es euch ein wenig bitter macht. Seht, in Christo, es ist die reine Wahrheit, was wir hier bezeugt haben und wird in Ewigkeit kein anderer Grund, Lehre, Weg, Licht und Wahrheit gefunden werden.

Ich begehre deshalb, dass man es vor keinem verständigen und redlichen Menschen geheim halten und verbergen wolle, sondern dass man es einem jeglichen lesen und hören lasse, sei er denn, wer oder wo er sei, d. h. wenn man irgendwelche Früchte von ihm hofft und er nicht nach jemands Verderben, Gut oder Blut trachtet, auf dass die seligmachende Wahrheit Jesu Christi durchbrechen, die verdammlichen Lügen des Antichristen hingegen abnehmen und untergehen mögen.

Der allmächtige, ewige Vater, der Schöpfer aller Dinge, der Gott des Himmels und der Erde, verleihe allen meinen Lesern und Zuhörern die himmlische Gabe und Kraft seines heiligen Geistes, auf dass sie diese meine geringe Arbeit in rechter Gottesfurcht mit reinem Herzen unparteiisch lesen und hören, mit Weisheit prüfen, wohl verstehen, mit rechtem Glauben erfassen und in einem willigen Gehorsam zum Preis ihres Gottes und zur Seligkeit ihrer Seele demütig befolgen mögen, durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, unseren Herrn, welchem Ehre, Preis, Reich, Kraft und Majestät sei von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.

»Falsche Mäuler sind dem Herrn ein Gräuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm wohl.« (Spr 12,22; 6,17)

»Stifte nicht Lügen wider deinen Bruder, noch wider deinen Freund. Gewöhne dich nicht an die Lügen; denn das ist eine schädliche Gewohnheit.« (Sir 7,12–13)