25.9  Beschluss

Es ist offenbar, ehrenwerter Leser, dass die Welt so tief gefallen ist, dass sie alles, was Gott lehrt, gebietet und haben will, für unrecht hält und mit neidischem Herzen hasst, verfolgt und ausrottet; hingegen alles, was Gott hasst, verbannt und für einen Gräuel achtet, für gut ansieht und mit großem Eifer behauptet und verteidigt. Dem ungeachtet wollen sie die heilige, christliche Kirche und Gottes Volk heißen, gerade als ob man ohne Glauben, ohne neue Geburt, ohne Gottes Geist und Gehorsam, durch einfaches Rufen, Kindertaufen etc. solches sein könnte. Ach nein, mein Leser, nein! Sieh dich vor:

»Deine Tröster verführen dich, und zerstören den Weg, den du gehen sollst!« (Jes 3,12)

Da es denn mit der Welt, wie schon erwähnt, so gar schlecht bestellt ist und unsere Gegner so jämmerlich über uns lügen und gegen uns aufhetzen, so dass wir uns nicht verantworten können, wie man sehen kann, so haben wir dieses unser Bekenntnis schriftlich verfasst, auf dass ein jeder, der es liest, hört und sieht, vernehmen möge, warum und wodurch wir selig zu werden suchen, warum wir die Prediger nicht hören, warum wir so eifrig auf die Taufe auf den Glauben dringen und die Kindertaufe so hart bekämpfen, was durch das heilige Abendmahl des Herrn abgebildet wird und mit welchen Gräueln das Abendmahl der Gelehrten verbunden ist und dass es einem wahren Christen keineswegs gestattet ist, in zeitlichen, vergänglichen Dingen höher zu schwören, als mit ja und nein. Wir haben also, wie ihr sehen könnt, Wahrheit und Lüge, Licht und Finsternis einander gegenüber gestellt, wie Weiß und Schwarz. Wenn ihr daher nicht aus Frevelmut blind sein wollt, so habt ihr hier eine gute Augensalbe, ja, es ist euch hier so deutlich und einfach vorgestellt, dass ihr es entweder als die Wahrheit bekennen oder verstockten Sinnes von euch stoßen und sagen müsst: Nein, ich will das nicht! Was ihr aber dann für ein Christ seid, mögt ihr selber erwägen.

Guter Leser, versammle dich nicht mit denen, welche zu Gott sagen:

»Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen!« (Hi 21,14)

, und auch nicht mit ihnen, die auf Blut lauern, denn ihr Teil und Lohn wird der Tod sein (Röm 1,32; Gal 5,21; Offb 21,27).

Dies denn ist unser Grund, wie du hier gelesen hast. Bist du nun frommen Herzens und wirst nicht vom Geiste der geistlichen Hurerei getrieben, so richte unsere Sache mit des Herrn Wort nach der Wahrheit. Verstehst du es nicht so fürchte Gott und bete. Ein jeder, der aus Gott geboren ist und auf des Herrn Wort merkt, muss bekennen, dass unsere Lehre aus Gott ist und dass wir die Wahrheit haben. Wer dieselbe erfasst und bis ans Ende darin bleibt, der hat das ewige Leben; wer dieselbe aber verwirft, der verwirft nicht uns, sondern Christum Jesum selber, der sie aus seines Vaters Mund so gelehrt und mit seinem Blute besiegelt hat (Offb 1,5; 1Pt 1,19; Apg 20,28).

Der gnädige, liebe Vater erleuchte dich und alle hungrigen Gewissen mit der Gabe seines heiligen Geistes und führe euch mit seiner starken Kraft in seine ewige, seligmachende Wahrheit, durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn, Amen.

Geschrieben von mir, Menno Simons, im Jahre 1552, Gott zum Preise und allen Menschen zum Dienste.