25.3  Über das Anhören der Prediger

Es ist wohl bekannt, gute Leser, dass wir dieses Artikels wegen besonders von den Gelehrten sehr gehasst und verfolgt werden und dass ein jeder über uns ruft und klagt, dass wir Gottes Wort nicht hören wollen. Weil es sich um die Ehre Gottes und die Seligkeit unserer Seelen handelt, finden wir, die wir diese Sache, wenn es sich mit der Schrift vertrüge, gerne zudecken und stillschweigend übergehen würden, uns in die Notwendigkeit versetzt, die Ursache anzugeben, warum wir sie (die Prediger) nicht hören und mit gutem Gewissen auch nicht hören dürfen und uns dadurch überall so viel Leid und Jammer zuziehen, wie man sehen kann.

Christus sprach zu Nikodemus:

»Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen!« (Joh 3,3)

Paulus sagt:

»Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.« (Röm 8,9)

Und Johannes sagt:

»Wer übertritt und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott.« (2Joh 9)

Merkt auf des Herrn Wort, ehrenwerte Leser! Dass die weltlichen Prediger nicht von neuem geboren sind, Christi Geist nicht haben und nicht in Christi Wort bleiben, wird durch ihre Werke überflüssig bewiesen; denn es ist offenbar, dass sie des Herrn Wort jämmerlich verfälschen und nach dem Fleische wandeln, wie ihr aus dem, was hier folgt, deutlich sehen könnt.

Erstens bin ich fest überzeugt, dass ihr euer Lebtag nie gesehen habt, dass die Prediger, welche mit ihrer Gemeinde einig sind, jemals einen Geizhals von seinem Geiz, einen Trunkenbold von seiner Trunksucht oder einen Hoffärtigen von seiner Hoffart bekehrt haben, wiewohl dies offenbare Werke des Fleisches sind und, laut der Schrift, wenn keine Besserung folgt, mit dem ewigen Tode bestraft werden müssen (Röm 1,32; 1Kor 6,10; Eph 5,5). Weil sie denn niemand bekehren, wie vor Augen liegt, so ist es gewiss offenbar, dass ihre Lehre nichts als ein unnützes Geschwätz ohne Kraft, Frucht und Schärfe ist, wie die ganze Welt durch ihr unziemliches Leben leider nur zu deutlich beweist.

Zweitens wird das ruchlose Volk durch ihre leichtfertige Lehre, Sakramente und ihr gemächliches Leben in seinem Unglauben und mutwilligen, fleischlichen Leben bestärkt und getröstet, denn sie predigen euch, dass niemand recht glauben könne; dass wir alle Sünder seien und dass deshalb auch niemand Gottes Gebote recht halten könne; dass ihr durch die Taufe wiedergeborene Christen geworden seid und den heiligen Geist empfangen habt, obwohl ihr das Wort nicht gehört, noch Glauben an Christum Jesum, noch Erkenntnis des Guten und des Bösen, noch irgendwelche Veränderung oder Erneuerung des Herzens gehabt habt oder haben konntet, indem ihr damals noch unverständige Kinder wart. Ihr hört ihre Absolution und empfangt ihr Brot, als ob mit euch alles gut wäre und merkt nicht, dass ihr noch unbußfertige, geizige, hoffärtige, trunkene, unreine, neidische und abgöttische Menschen seid. Und solcher falschen Tröstungen gibt es noch mehr. Wir überlassen es euch und allen Frommen zu urteilen, ob diejenigen, welche den Leuten Kissen unter die Arme und Pfühle zu den Häuptern machen und dem Volke allerlei angenehme Dinge predigen, nicht Friedensprediger heißen (Hes 13,8).

Weil man denn durch ihre Lehre und Sakramente nicht gebessert, sondern in seiner Ungerechtigkeit nur immer zuversichtlicher gemacht wird, so müsst ihr gewiss eingestehen, dass sie euch in eurer Bosheit stärken, das Himmelreich vor euch zuschließen, euch in die Grube führen und die Diebe und Mörder eurer Seelen sind (Jer 23,11; Mt 23,13; 15,14; Joh 10,8).

Ach, meine guten Leser, sie haben mit dieser leichtfertigen Lehre das dumme Volk, das so gerne auf dem breiten Wege wandelt, so bezaubert, dass wir wohl mit dem guten Jeremia klagen und sagen mögen, dass beinahe niemand ist, der seine Sünden von Herzen beklagt und sagt:

»Was mache ich doch?« (Jer 8,6)

– oder der nach einem frommen, bußfertigen oder gottseligen Leben strebt, wie ihr sehen könnt. Ja, was noch mehr ist, sie haben es leider so weit getrieben, dass alle, welche des Herrn Wort mit getreuem Herzen hören, glauben, fürchten, lieben und nach dem Maße ihres Glaubens befolgen, Werkheilige und Himmelsstürmer heißen müssen. Seht, so vollständig hat der Rauch des Abgrunds die Sonne und die Luft verfinstert (Offb 9,2).

Was ihre Sakramente anbelangt, so ist es offenbar, dass sie nicht die Sakramente Christi, sondern selbsterfundene Gräuel und Abgöttereien als des Herrn Sakramente gebrauchen. Sie taufen die unvernünftigen Kinder, obwohl Christus im ganzen neuen Testament kein Wort von solcher Taufe gelehrt oder befohlen hat; und müssen diese Getauften deshalb Christen heißen, obwohl die meisten von ihnen ihr Leben lang auf verkehrten Wegen wandeln und Christum Jesum und sein heiliges Wort nicht nur nicht bekennen, sondern auch von Herzen hassen und anfeinden.

Ferner muss ihr Abendmahl als des Herrn Fleisch und Blut gelten, obwohl die Schrift an vielen Stellen bezeugt, dass er in den Himmel gefahren ist und zur Rechten des Vaters sitzt (Mk 16,19; Lk 24,51; Apg 1,9; Eph 4,8) und die Vernunft, geschweige denn die Schrift, uns lehrt, dass er nicht im Munde gekaut, noch im Magen verdaut werden kann. Zudem wird es von vielen zur Vergebung der Sünden ausgeteilt. Seht, so gänzlich haben sie den Herrn, welcher sie mit seinem Blute erkauft hat, verleugnet, dass sie sein Lob und seine Ehre in eine so schwache Kreatur verwandelt haben. Ob dies nicht heißt, dem Baal dienen und Kälber gießen, mögt ihr mit der Schrift näher erwägen (1Kön 12,28; 2Mo 20,3).

Letztens: Wie sie sich in ihrem Leben nach der Lehre Pauli richten, könnt ihr am besten an ihren Früchten und ihrem Leben merken. Ob sie mit demütigem Herzen vor dem Herrn wandeln, das besagen euch ihre Mienen und Titel; denn sie lassen sich Herren und Meister grüßen, obwohl des Herrn Mund dieses verboten hat. Sagt doch, meine guten Leser, habt ihr je gelesen oder gehört, dass die heiligen Apostel und Propheten nach solchen hohen und eitlen Namen getrachtet haben, wie die Gelehrten und die Prediger der Welt tun? Das Wort Rabbi oder Meister ist wohl bei den ehrgeizigen Schriftgelehrten und Pharisäern in Gebrauch gewesen, aber nicht bei den Aposteln und Propheten (Mt 23,7; Lk 20,46). Man liest doch nichts von Doktor Jesaja, Meister Hesekiel oder Herr Paulus und Herr Petrus – nein, nein! Diejenigen, welche das Wort des Herrn recht gelehrt haben, sind während der Zeit, da sie lehrten, von der Welt nicht mit solchen hohen Namen beehrt worden. Dies schreibe ich, auf dass ihr wissen mögt, dass solche hoffärtigen und ehrgeizigen Geister euch das schlichte Wort des Kreuzes nie und nimmer recht lehren können (1Kor 1,17; 2,4).

Merkt ferner auch, wie groß ihr Geiz und die Sorge für ihren Bauch ist. Sie predigen und verrichten ihre Dienste nur um Lohn, als ob das Predigtamt und die Seelsorge eine Krämerei, Hantierung oder ein Erwerbszweig wäre. »Sie achten das Ansehen der Person um Nutzens willen,« sagt Judas. Wo weder Lehen noch Pfründen sind, da findet man auch keine Lehrer; wo es aber von ersteren genug gibt, da wird es an Predigern nicht fehlen.

Ein Teil von ihnen besteht aus offenbaren Wucherern, ein anderer aus Ehebrechern und Frauenschändern, noch ein anderer aus Unmäßigen, Lügnern, Jähzornigen, Aufgeblasenen, Gehässigen, Wollüstlinge, Eitlen, Wohlschmeckern und Müßiggängern und wiederum ein anderer aus solchen, welche voll Neid, Bitterkeit, Grausamkeit, Verrat und Aufreizung sind gegen alle, welche Gott von Herzen suchen und fürchten. Kurz, wenn ihr den Herrn und sein Wort recht erkennt, so müsst ihr gestehen, dass selbst der Allerbeste und Frömmste unter ihnen in seiner Lehre, seinen Sakramenten und auch in seinem Leben noch weit von Christo und seinem Worte entfernt ist.

Weil sie denn insgesamt in Lehre, Sakramenten und Leben dem Geist, Wort und Leben des Herrn so platt gegenüberstehen, wie vor Augen liegt und Christus sagt, dass man den Baum an der Frucht erkennt (Mt 7,16; Lk 6,44), so wird dadurch gewiss offenbar und bezeugt, dass sie das Reich Gottes und dessen Verborgenheit nicht sehen, dem Herrn nicht angehören und keinen Gott haben, wie gesagt worden ist (Joh 3,3; Röm 8,9; 2Joh 9).

Sehen sie aber das Reich Gottes nicht, wie Christus sagt, wie können sie es denn einem andern recht lehren und vortragen?

Haben sie den Geist des Herrn nicht und gehören sie ihm nicht an, was augenscheinlich ist, wie können sie denn die rechten Verwalter und Diener des geistlichen Amtes sein?

Und haben sie keinen Gott, wie können sie denn sein heilsames und teures Wort recht lehren und anweisen?

Da denn alle von Gott Gelehrten wohl wissen, dass jene das Reich Gottes und seine Verborgenheit nicht in der Kraft erkennen, dem Herrn nicht angehören und keinen Gott haben, wie gesagt ist, so folgern wir daraus und zwar mit Wahrheit, dass ihre Sendung, Berufung, ihr Amt und ihre Dienste nicht aus Gott und Gottes Wort, sondern aus dem Brunnen des Abgrunds, dem Drachen und dem Tiere sind.

Hiermit meinen wir nicht nur diesen oder jenen, sondern alle Prediger insgemein, welche nicht mit Gottes Wort in Übereinstimmung sind, wessen Namens oder welcher Sekte sie auch sein mögen; denn wir richten nicht nach jemands Rühmen oder Schein, sondern mit der Wahrheit nach der Lehre, den Sakramenten, der Frucht und dem Leben. Denn wir sind überzeugt, dass dieses hohe und heilige Amt, welches in der Kraft des Geistes verwaltet werden muss, in Ewigkeit nicht von Geizigen, Hoffärtigen, Ungerechten, Fleischlichen, Irdischgesinnten, Trunkenbolden, Wollüstlingen, solchen, die ihrem Bauch anstatt Gott dienen, wie Paulus sagt (Röm 16,18; Phil 3,19), Lästerern, unnützen Schwätzern, Lügnern, Ohrenkitzlern, Mietlingen (Joh 10) oder von solchen, welche des Herrn Geist, Willen, Wort, Verordnungen und Gebote verfälschen, hassen und anfeinden und in allen geistlichen und evangelischen Geheimnissen und Sachen unerfahren und blind sind, bedient werden darf; denn Gottes Wort und Geist kennen keine solche Hirten und Lehrer; aber die Schrift erwähnt ihrer mit vielen hässlichen und schrecklichen Namen. Sie nennt dieselben: Schälke, blinde Wächter und stumme Hunde, blinde Blindenleiter, Seelenfresser, falsche Tüncher, Narren, welche nicht nach dem Herrn fragen, Friedensprediger, von welchen geschrieben steht:

»Die Propheten weissagen falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nichts mit ihnen geredet; sie predigen euch falsche Gesichte, Deutung, Abgötterei und ihres Herzens Trügerei!« (Jer 14,14; 23,11; Jes 56,10; Mt 15,14; Hes 22,25; Jer 10,8)

Kurz, es sind die Lehrer, vor welchen uns des Herrn Wort so treulich gewarnt hat. Lest hier und dort in den Propheten, besonders: Jer 23,13; Mt 7,15; 15,14; 16,12; 24,11; Mk 12,38; Lk 12,1; 20,46; Joh 10,1; Phil 3,18; 1Tim 4,1; Apg 20,29; Röm 16,17–18; 2Pet 2,10.

Sagt, meine guten Leser, habt ihr euer Lebtag je in der Schrift von dem Herrn wohlgefälligen Propheten, Aposteln und Hirten gelesen, welche unsauber, lügenhaft, dem Trunk ergeben oder abgöttisch waren; die des Herrn Wort, Verordnung und Gebote verfälscht und um den Menschen zu gefallen, verändert und missbraucht haben oder die zu Städten, Ländern oder Dörfern gesagt haben: Wenn ihr uns unsern Unterhalt besorgen oder uns so und so viel Geld oder Einkünfte geben wollt, so wollen wir euch des Herrn Wort lehren? Ach nein, meine Leser, nein, dies ist nicht der Gebrauch der heiligen Propheten, Apostel und Diener Christi gewesen und wird es auch nie und nimmer werden, das wissen wir ganz gewiss.

Die Lehrer und Prediger, welche von Gott gesandt werden, sind aus Gott geboren, göttlicher Natur und werden von des Herrn Geist getrieben; ihre Gelehrtheit betrifft das Himmelreich; sie werden durch ihre reine, ungefälschte Liebe zu Gott und ihrem Nächsten in des Herrn Weinberg gedrungen; sie suchen nicht den Lohn Bileams (2Pt 2,15), noch die Tische Isebels, sondern sie suchen den Preis ihres Gottes und die Seligkeit eurer Seelen; die Sorge aber für ihre leiblichen Bedürfnisse stellen sie dem anheim, der nach seiner Verheißung allen Kreaturen, die auf Erden sind, ihre Notdurft zukommen lässt.

Sie lehren das Wort des Gesetzes in des Geistes Kraft zur Offenbarmachung der Sünden und Bestrafung allen Fleisches; aber auch das Evangelium der Gnade, zum Trost und Frieden und zur Freude aller gottesfürchtigen, frommen Herzen, die da, niedergeschmettert durch das Gesetz, vor des Herrn Zorn so tödlich erschrecken und sich fürchten.

Sie bestrafen und meiden alle falsche Lehre, Verführung, Missbräuche, Abgötterei und das mutwillige, ruchlose Leben, welches aus dem Fleische kommt und gegen des Herrn Wort ist. Sie gebrauchen die Taufe, das Abendmahl, den Bann und alle göttlichen Verordnungen, wie es ihnen im Worte vom Herrn auferlegt und befohlen ist, es gereiche ihnen denn zum Leben oder zum Tode. Sie ermahnen Herren und Fürsten, Gelehrte und Ungelehrte, Männer und Frauen, so weit ihnen dies möglich ist und man ihnen Raum und Gehör gibt. Denn Gottes Wort weicht weder Kaiser noch König, weder Doktor noch Meister, weder Reich noch Arm. Alle, welche erhalten und selig werden wollen, müssen des Herrn Wort folgen.

Sie führen ihr Leben in der Furcht des Herrn; sie sterben mit dem heiligen Paulus täglich um der Brüder willen. Jedermann weist mit Fingern auf sie und man lästert, verfolgt und verachtet sie, als ob sie die Hefe und der Abschaum aller Bösewichter und Spitzbuben wären, obwohl sie ihre große Liebe und ihren treuen Dienst so gern an einem jeden zeigen möchten. So erging es schon Jeremia, Hesekiel, Sacharja, dem Sohne des Barachia, Johannes dem Täufer, den Aposteln, ja, selbst Christo. Wie man den Frommen aber gegenwärtig ihre Dienste und Liebe lohnt, darüber können euch Feuer, Schwert, Pfahl und Rad wohl am besten belehren.

Merkt wohl, meine guten Leser, und versteht: Weil der Prediger Sendung, Berufung, Lehre, Sakramente und Leben dieser Regel nicht entsprechen und deshalb nicht aus Gott sind, wie gesagt worden ist, indem sie, wie der Herr sagt (Joh 10,1), gemeiniglich nur hineinsteigen um zu verderben, zu stehlen und zu morden; das edle, werte Wort samt den heiligen Sakramenten um ihres Bauches willen so jämmerlich verfälschen und auf einen fremden Sinn und Gebrauch kehren; Gottes Wort verwerfen und ihr eigenes geltend machen; die Seelen, welche ewig leben werden, töten und denen, welche ewig sterben werden, das Leben verheißen (Hes 13,19) und dann um einer Hand voll Gerste und Bissen Brots willen, wie der Prophet sagt, herrschen und nicht dienen (Jer 5,31), verführen und nicht weiden (Hes 34,3), verkehren und nicht lehren, verderben und nicht heilen, zerstreuen und nicht sammeln, das Himmelreich vor den Menschen zuschließen (Mt 23,13) und die armen Seelen mit aller Dreistigkeit der Hölle zuführen – seht, darum ist es, dass wir sie nicht hören, noch mit gutem Gewissen hören dürfen; denn das Wort des Herrn gebietet und ermahnt uns überall, uns vor ihnen zu hüten, sie zu fliehen, zu scheuen, nicht zu hören, wie gesagt worden ist (1Tim 6,5; 2Tim 2,16; 4,3; 3,2; Tit 3,9; 1Joh 4,5; 2Joh 7).

Merkt nun, ihr guten Leser, ob diese Gründe nicht wichtig genug sind, uns von den Predigern ferne zu halten. Wir haben euch hier weder Philosophie, noch verdrehte Glossen, noch Lügen vorgetragen, sondern euch angewiesen, was ihr täglich bei euren Predigern offen greifen, hören und sehen könnt. Und dies ist es, was unsere geliebten Mitbrüder und Schwestern in Christo Jesu, Mitgenossen an der Trübsal, am Reich und an der Geduld Christi und getreuen Heiligen und Kinder Gottes so viele Jahre in äußerster Armut, mit Mund, Schrift, Leben, Tod, Gut und Blut in Gefängnis und Banden, in Wasser und Feuer, in Ketten, am Galgen, auf dem Rade und am Pfahle vor dieser abgöttischen, blutigen Welt so freimütig bekannt und so ritterlich bewährt haben. Doch Prediger bleiben Prediger und die Welt bleibt Welt und beide werden sich, wie es scheint, niemals bekehren. Der Prophet sagt:

»Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, dass sie sich nicht wollen abwenden lassen!« (Jer 8,5)

Ehrenwerte Leser, wir bitten euch um Jesu willen, dieses unser Bekenntnis recht zu verstehen und nicht etwa, weil es die Schande der Prediger so offen straft, aufdeckt und zeigt, zu denken, dass wir dies aus Hass oder Bitterkeit geschrieben haben. O nein! Wir bezeugen vor euch und vor dem Herrn, der uns geschaffen hat, dass weder Hass noch Bitterkeit in unserem Herzen ist; denn wir wissen und erkennen, dass solches Werke des Fleisches sind, deren Lohn der Tod sein wird (Röm 1,32; Gal 5,21). Wir haben es aus reinem Herzen getan, als vor ihm, der die Herzen und Nieren kennt, euch und allen Menschen zum Dienste, seien dieselben dann unsere Widersacher oder nicht, gelehrt oder ungelehrt – allen, welche die rechte Wahrheit suchen; auf dass wir das Geheimnis des babylonischen Weibes und die verdeckten Fallstricke der Gelehrten durch diese offenen und klaren Vorstellungen so bloßlegen mögen, dass ihr und alle gottesfürchtigen Gewissen der unmenschlichen Gräuel doch einmal satt und müde werdet und hingegen gebührendermaßen auf des Herrn Wort achtet, es von Herzen sucht und befolgt und dadurch selig werden mögt.