2.1  An den Leser

Lieber Leser! Wir sind von unseren Gegnern fälschlich angeschuldigt worden, dass wir uns zu der Münsterischen Lehre bekennen in Betreff des Königs, des Schwertes, des Aufruhrs, der Gegenwehr, der Vielweiberei und anderer Gräuel mehr. Aber, meine gütigen Leser, wisst, dass ich niemals in meinem Leben irgendeine der vorgenannten Lehren angenommen, sondern denselben im Gegenteil länger als siebzehn Jahren mit allen Kräften widerstrebt und die Menschen vor diesen abscheulichen Irrtümern gewarnt habe. Auch habe ich, durch Gottes Wort, einige auf den rechten Weg geführt. Ich habe niemals in meinem Leben Münster gesehen, noch mit jener Sekte Gemeinschaft gehabt. Ich hoffe, durch die Gnade Gottes, niemals mit solchen Menschen (wenn es dergleichen gibt) zu essen oder zu trinken, nach der Anweisung der heiligen Schrift; es sei denn, dass sie ihren Irrtum von ganzem Herzen bekennen, rechtschaffene Früchte der Buße tun und dem Evangelium in rechter Weise folgen. Menno Simons.