2.96  Leonhard Bärnkopff, 1542.

Im Jahre 1542 ist der Bruder Leonhard Bärnkopff zu Salzburg um des Glaubens willen gefangen genommen worden. Man hat ihn auf mancherlei Weise versucht, um ihn zum Abfall zu bringen; als er aber auf dem engen und schmalen Wege der Wahrheit Gottes standhaft verharrte und kein Abfall von ihm zu hoffen war, so hat man ihn zum Tode verurteilt, auf den Richtplatz hinausgeführt und neben ihm ein Feuer angesteckt, woran sie ihn gebraten haben; aber er hielt sich unverrückt an den Herrn und sagte noch zu den Bluthunden und Schindersknechten: Diese Seite ist genug gebraten, wendet mich um, denn dieses Leiden ist mir durch die Kraft Gottes gering und schlecht gegen die ewige Herrlichkeit. Also hat er an dem Gräuel der Verwüstung und seinem Malzeichen den Sieg wider das Tier und sein Bild davongetragen; denn ehe er dessen Malzeichen hätte annehmen oder Gott seinem himmlischen Vater zuwider hätte etwas tun wollen, ließ er lieber seinen Leib mit den sieben tapferen und gottesfürchtigen Söhnen rösten und braten und durch Feuer hinrichten; auch konnte ihn solches nicht von der Liebe Gottes abziehen, darum wird er auch die Harfe Gottes in seinen Händen haben, dann wird sein Mund mit allen gläubigen Überwindern, welche durch große Trübsale gekommen sind, voll Lachens werden, und ihre Zunge wird voll Lobgesangs sein und sie werden mit den Knechten das neue Lied des Lammes singen, ja sie werden den allmächtigen Gott ewig anschauen.