3.59  Auszug aus dem vierten Brief, vom 2. November 1671.

Was unsere Freunde aus der Schweiz betrifft, so kommen dieselben jetzt in großer Anzahl zu uns, sodass schon zweihundert Personen hierher gekommen sind, unter welchen viele Greise sich befinden, Männer sowohl als Weiber, die 70, 80, ja 90 Jahre erreicht haben; auch mehrere Krüppel und Lahme sind darunter. Sie trugen ihre Bündel auf dem Rücken, die Kinder aber auf dem Arme; einige derselben waren wohlgemut; einigen aber flossen die Tränen über die Backen, insbesondere den alten, unvermögenden Leuten, die in ihrem hohen Alter im Elend herumwandeln und fremde Länder betreten mussten. Viele unter ihnen haben nichts, worauf sie des Nachts schlafen, weshalb ich mit Hilfe anderer schon an vierzehn Tagen mich habe damit beschäftigen müssen, für ihre Herberge und übrige Notdurft Sorge zu tragen. Wir erwarten auch täglich noch Zuwachs und hoffen, daß wenn das Volk dem größten Teil nach aus dem Lande ist, die Gefangenen alsdann auch die Freiheit erlangen werden. Gehabe dich wohl.

Darauf ist erfolgt, daß immer mehr der vertriebenen und flüchtigen Leute aus dem Schweizerlande in die Pfalz gekommen sind, beinahe siebenhundert Personen, alt und jung, unter welchen Haushaltungen mit acht, zehn bis zwölf Kindern sich befanden, welche kaum so viel gerettet hatten, daß sie Reisegeld genug gehabt hätten, wie aus dem folgenden Auszug zu ersehen ist.