3.47  Barbly Ruff, um das Jahr 1643.

Es haben aber die Verfolger nicht geruht, sondern sind fortgefahren und in aller Schnelligkeit bis ins Knonauer Amt eingedrungen; dort überfielen sie eine andere Schwester, genannt Barbly Ruff, welche auch schwanger war; darüber hat sich diese gute Frau über die Maßen entsetzt, weil es unerwartet geschah, sodass sie die Kindeswehen ankamen, und denen, die sie gefangen hatten, nicht folgen konnte.

Darum hat man sie an eine Kette in ihres Schwagers Haus festgeschlossen, und dem Hausgesinde befohlen, sie gut zu verwahren.

Als sie nun des Kindes genesen und wieder ein wenig stark geworden war, sie (wegen des erlittenen Ungemachs) nicht gesund war, ist sie (als man es nicht vermutete) von da in ein anderes Land entkommen; sie musste aber bald darauf (weil ihr Leben durch die Verfolgung sehr geschwächt war) durch den Tod aus diesem Leben wandern, was sie willig und geduldig zum Preis des Herrn mit tapferem und standhaftem Gemüt ertragen hat. Also ist sie zur Ruhe der Heiligen eingegangen und erwartet den Tag, der sie und alle Frommen dermaleinst trösten wird.

M. Meylis Buch, gegeb. 1658, Blatt 8 B, verglichen mit Jerem. Mang. Buch auf das Jahr 1645 über den Namen Barbly.

Um diese Zeit 1643 sind auch zwei Schwestern, nämlich Martha Lindne und Annill Blaeu, sehr bekannte und berühmte Frauen um ihres Glaubens willen, in Verhaft genommen worden. Die Martha wurde in Othenbach festgesetzt und ihr mit dem Scharfrichter gedroht, der neben ihr stand, wenn sie nicht wollte das Armengut, das ihrem Mann war anvertraut worden, anzeigen. Als sie nun dasselbe angegeben hatte, nahmen sie es, und behielten es, welches bei tausend Taler ausmachte. Die Annill wurde, weil sie schwanger war, im Gasthaus an eine Kette geschlossen bis nach ihrer Niederkunft. Als aber viele für sie baten, ist sie, insbesondere durch Fürbitte des obersten Pfarrers, Printiger, wieder frei geworden, und ist nach der Unter-Pfalz gezogen, allwo sie mit ihrem Mann (genannt Moneth Meylich), der auch viel Verfolgung, Druck und Gefangenschaft (um der Standhaftigkeit seines Glaubens willen) hatte ausgestanden, sich niederließ, und noch leben, wie man nicht anders weiß, durch Gottes Segen, in gutem Wohlstand. Vergleiche die zwei Bücher des M. Meyli und Jer. Mangold über die oben angeführten Namen.