3.42  Felix Landis samt seiner Hausfrau Adelheid Egly, um das Jahr 1642.

Felix Landis, des Hans Landis Sohn, der im Jahre 1614 zu Zürich enthauptet wurde, war ein frommer, gottesfürchtiger Bruder der Gemeinde in Horgerberg.

Dieser wurde eingezogen und in Othenbach eingesperrt, an welchem Ort man mit ihm sehr unbarmherzig umging, denn man hat ihm in vielen Tagen nichts zu essen gegeben, sodass selbst einige Übeltäter, die neben ihm in einem andern Gefängnis waren, sich über ihn erbarmten, und ihm durch eine Öffnung, die sich dort befand, einige Speise mit Mühe zukommen ließen.

Als nun der Türhüter solches bemerkte, wurde er in ein anderes Gefängnis gebracht; zuletzt aber gaben sie ihm einige Speise; sein Körper war aber schon so sehr herunter gekommen (weil seine Eingeweide, wie es scheint, durch anhaltenden Hunger eingeschrumpft waren), daß er keine Speise mehr vertragen konnte, sondern dem Tod entgegen ging.

Da trug man ihn noch in seiner größten Schwachheit während der Predigt in die Kirche, wo er (o eine sehr unmenschliche Sache!) unter eine Bank niedergeworfen wurde, doch gab er bald darauf den Geist auf, den er in die Hände Gottes befohlen hat.

Seine Hausfrau Adelheid Egly, die auch in Othenbach gefangen lag, wurde dort fast vier Jahre verwahrt. In dieser Zeit ist man nicht allein unbarmherzig, sondern auch schändlich mit ihr umgegangen; man warf sie in manchen stinkenden Winkel, entkleidete sie zweimal in den Banden, und nahm ihr eine Zeitlang jede Nacht ihre Kleider weg; nachher aber ist sie doch, mit gutem Gewissen, von ihren Banden befreit.

Unterdessen aber hatte die Obrigkeit ihre Haushaltung zerstört, die Kinder unter Fremde getan, ihr Haus und ihren Hausrat verkauft, und daraus 5000 Gulden gelöst, welche Summe sie für sich behalten haben.

Die Verstoßenen und Verlassenen aber haben sich, nach den Worten des Apostels getröstet: Ihr habt den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, indem ihr in euch selbst eine bessere und bleibende Habe habt in den Himmeln, Hebr 10,34. Vergleiche Jer. Mang. Buch vom Jahre 1645, Blatt 13 A,B mit M. Meylis Buch, geschrieben 1648, Blatt 7, Num. 8.