3.32  Stephan Zechender von Byrmensdorf, im Jahre 1639.

Den 23. September des Jahres 1639, brachte man gebunden nach Zürich einen gottesfürchtigen, hoch bejahrten Bruder, genannt Stephan Zechender, welche der Gemeinde zu Knonau angehörte, aber aus Byrmensdorf gebürtig war.

Dieser wurde im dortigen Klostergefängnis, welches ein sehr dumpfiger, ungesunder Kerker war, sechzehn Wochen lang in eiserne Bande festgesetzt, in den Banden entkleidet, mit Wasser und Brot gespeist, und in allen Stücken sehr hart gehalten, bis er solches nicht länger ertragen konnte, deshalb ist er, als er körperlich übel zugerichtet war, durch schweres Elend an seinem Fleisch, zuletzt vom Tod überfallen worden, nachdem er seine Seele mit geduldigem und standhaftem Gemüt Gott anbefohlen hatte. Siehe Jer. Mangolds Buch, Blatt 7, B, verglichen mit M. Meylis Beschreibung, Blatt 6, B., Num. 6.

Um diese Zeit hielt sich eine alte Schwester, genannt Catharina Grobin, in dem Knonauer Amt heimlich bei ihrer Tochter um der Verfolgung willen auf. Der Prediger der Kirche zu Risterschwil aber, der solches wusste, kam und wollte sie, obgleich er allein war, gefangen nehmen. Die Tochter wollte sie aus kindlicher Liebe beschützen, aber er versetzte derselben (o welche grausame Tat eines Predigers) einen solchen Stoß, daß sie die Kindeswehen (denn sie war schwanger) ankamen und sie ein totes Kind zur Welt brachte. Unterdessen aber ist die Mutter diesem ungöttlichen Menschen aus den Händen entronnen. M. Meylis Buch, verglichen mit M. Mangolds Buch bei dem Jahre 1S3S.