3.29  Jakob Egly, im Jahre 1639.

Es hielt aber der Jammer der lieben Freunde und Kinder Gottes noch immer an, denn im Jahre 1639 legte man auch die Hände an einen frommen Helden und Ritter Christi aus dem Amte Gröningen, Jakob Egly genannt. Diesen führte man ebenfalls nach Zürich, wo er im Klosterturm Othenbach festgesetzt wurde.

Darin hat er in die siebzig Wochen ausgehalten; er konnte aber zuletzt den ungesunden Kerker und die strenge Gefangenschaft nicht länger ertragen; also ist er endlich, als ihm die Kräfte mehr und mehr schwanden und seine Krankheit zunahm, mit einem getrosten Herzen durch den Tod aus diesem Leben geschieden, und hat seine Seele in die Hände Gottes befohlen.

Also hat er den Lauf seiner Wallfahrt vollendet und ist zur Ruhe der Heiligen eingegangen, und wird dermaleinst triumphieren, wo weder Tod noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz, sondern wo alles erneuert und in Freude verwandelt sein wird, nach der Verheißung des Herrn, Offb 21,4. Siehe das Buch des Jer. Mang., vom Jahre 1645, Blatt 18 B; ferner M. Meylis Buch, Blatt 7 A, Num. 10.

Im Jahre 1639 wurde auch der Bruder Georg Weber gefangen, der ein alter Mann aus der Grafschaft Kiberg war. Er wurde gleichfalls nach Zürich in das Kloster Othenbach geführt und daselbst nur mit Wasser und Brot gespeist. Endlich ist er durch das Ungemach und die lange Gefangenschaft jämmerlich am Leibe verdorben und in eine schwere Krankheit gefallen, nachdem er daselbst 70 Wochen gefangen gesessen hatte.

Darnach wurde er durch einige seiner Mitgefangenen, die das Gefängnis öffneten, erlöst, aber seine Güter hat er nicht wieder erlangt.

Was den Hof dieses Georg Weber wie auch den des Jakob Egly angeht, so muss ein jeder Beständer der Obrigkeit jährlich 500 Gulden davon geben. Jer. Mang. Buch, Blatt 19 A.