2.72  Hans Wucherer und Hans Bartel, im Jahre 1537.

In eben demselben Jahre 1537 ist der Bruder Hans Wucherer im Bayerlande und mit ihm noch ein Bruder, genannt Hans Bartel, seines Handwerks ein Weber, gefangen genommen worden. Man hat sie nach Mermeß geführt, daselbst lagen sie sechzehn Tage gefangen und sind in der Zeit zweimal von Kaiphas und den Pfaffen verhört und auch zweimal gepeinigt worden; dieselben haben sie gefragt, was sie von dem Sakramente hielten, worauf sie denselben gewaltig widersprochen und gesagt haben, dass es ein Gräuel und ein Abgott vor dem Herrn sei, es sei nicht zu glauben, dass sie den Leib Christi mit Fleisch und Blut, wie er am Kreuz gehangen, so viel hunderttausend Mal zu essen geben könnten, sondern das Abendmahl sei ein Andenken seines Leidens, Sterbens und Blutvergießens, wodurch er uns erlöst hat. Um nun sich dessen zu erinnern und im Herzen nachzuforschen, sollen solches die Gläubigen, welche Glieder seines Leibes oder seiner Gemeinde sind, halten und ihm dabei von Herzen Dank sagen. Hierauf sind sie wegen der Kindertaufe und was sie von ihren Pfaffen und Kirchen hielten, gefragt worden; diesem allem haben sie nach der Wahrheit widersprochen. Hierauf haben sie dieselben gefragt, was sie von dem Ehestande und den zehn Geboten hielten, worauf sie auch geantwortet haben. Dann hat man sie gebunden nach Bruckenhausen geführt und daselbst einen jeden besonders im Gefängnisse an eine Kette geschlossen; sie haben sie auch zu sechs verschiedenen Malen vorgeführt und verhört, um sie zum Abfalle und Widerrufe zu nötigen, in welchem Falle man ihnen Gnade erweisen wollte. Sie haben aber die Gnade Gottes mit der Gunst der Welt nicht verwechseln wollen, weil sie überzeugt waren, dass sie die rechten Gläubigen seien und die Wahrheit Gottes hatten.

Das siebte Mal sind die Pfaffen ins Gefängnis zu ihnen gekommen; sie aber blieben standhaft in Gott; man hat sie auch sehr gepeinigt; den Hans haben sie gefoltert, dass er ganz krank wurde; den Bruder Bartel aber zweimal; sie haben aber damit an ihnen nichts ausgerichtet.

Das achte Mal ist der Richter samt drei andern zu ihnen gekommen, dieser hat, nachdem sie grausam und schrecklich mit ihnen umgegangen sind, ihnen das Leben abgesprochen und sie zum Feuer verurteilt; nichtsdestoweniger hofften sie in dem Herrn durch den unaussprechlichen Reichtum der Gnade und Kraft Gottes, treu und standhaft zu bleiben in der Wahrheit Gottes bis ans Ende.

Nachher sind sie um des Glaubens willen verbrannt worden, sie haben die Wahrheit tapfer bezeugt und die Krone der Märtyrer Christi erlangt.