2.62  Peter Küster, 1535.

Im Jahre 1535 war ein frommer Bruder, genannt Peter Küster, welcher zu Saardam, in Nordholland, in der Kirche das Küsteramt verwaltete; als er aber Erkenntnis der Wahrheit erlangt, ist er als Lehrer der Gemeinde eingesetzt worden, und ist um der Verfolgung willen nach Amsterdam gezogen, woselbst ihn der Schultheiß, auf Angeben eines Weibes, welche in dieser Nachbarschaft wohnte und in ihrem törichten Eifer den Ort, wo er wohnte, offenbarte, gefänglich eingezogen hat, und da dieses gerade zu einer Zeit geschah, als in der Welt böser Aufruhr und heimliche Anschläge sich ereigneten, so wurde dieser Freund Gottes dessen auch verdächtig gehalten; es ist jedoch aus seinen eigenhändigen Schriften, gleichwie auch aus seinem Bekenntnisse zu ersehen, dass er hierin unschuldig gewesen sei, auch wissen verschiedene glaubwürdige Zeugen, dass er sich stets von Herzen dagegen gesetzt habe; nichtsdestoweniger aber, weil er sich auf seinen Glauben nach dem Befehle und der Ordnung Christi hatte taufen lassen, und außerdem das Lehramt bediente, wurde er zum Tode verurteilt und zu Amsterdam mit dem Schwerte hingerichtet, und erwartet nun mit allen Frommen den Lohn, welchen Christum verheißen, indem er sagt: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen; seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden.