2.548  Jan Blok von Rymwegen wird um des Glaubens willen im Jahre 1572 verbrannt.

Um das Jahr 1572 ist zu Rymwegen ein junger Geselle, namens Jan Blok, verbrannt worden; derselbe war ein reicher, begüterter Mensch, der lediglich von seinem Vermögen lebte, weil er kein Handwerk oder sonst ein Geschäft gelernt hatte. Dieser hatte mit einem Bruder, Symon von Maren, einem Pelzhandler zu Herzogenbusch, Umgang, mit welchem er früher ins Wirtshaus zu gehen pflegte, um dort zu zechen; nachdem aber derselbe bekehrt war, ermahnte er ihn zum Lesen des Neuen Testamentes, wozu er sich auch verstand, und wobei ihm der gute Herr das Herz geöffnet, daß er daraus verstehen konnte, was recht wäre, weshalb er sich zu der Gemeinde Gottes verfügt hat. Als dieses geschehen, konnte es nicht verborgen bleiben, weil er ein tugendhafteres Leben führte, als zuvor; deshalb sind alle seine Güter der Kammer heimgeschlagen worden; auf seine Person aber sind 70 goldene Realen gesetzt worden, welche der empfangen sollte, der ihn verraten würde. Hierauf ist er aus der Stadt geflüchtet, und hat auf einem Dorfe bei einem Maurer sich angeboten, um durch Handlangen seine Kost zu gewinnen, denn er wusste sonst nichts anzufangen. Der Maurer aber weigerte sich dessen und sagte: Sie werden hierher kommen, dich zu fangen, und solches würde mich verdrießen. Einige Zeit darauf ist er in die Stadt gekommen; hier hat ihn ein Verräter ausgekundschaftet und ihn bei dem Offiziere und seinen Dienern zur Anzeige gebracht; diese kamen ihn zu suchen; die Frau im Hause hatte aber mit Jan Blok Mitleiden, darum verbarg er sich in einem Bette hinter dem Vorhange. Der Schultheiß, als er die Kammer sah, und nicht genau suchte (weil er kein blutdürstiger Mann war), ist wieder zurückgekehrt und hat gesagt: Er ist nicht da. Der Verräter sagte: Er ist doch da; ich habe ihn hinein gehen sehen; da ist einer von Dienern wieder umgekehrt, hat den Vorhang aufgehoben, und als er ihn stehen sah, führten sie ihn wie einen Übeltäter mit sich; er ist auch nachher, als er im Gefängnisse saß, bisweilen von den Gottesfürchtigen besucht und versorgt worden.

Zuletzt hat man sein Todesurteil gefällt und ihn verurteilt, daß er als Ketzer an einem Pfahle verbrannt werden sollte.

Als dieses sich zutrug, war einer von den Herren im Gerichte, welcher, weil Jan Blok von vornehmer Herkunft und weltlichem Reichtum war, früher mit ihm vielen Umgang hatte, und der, wie er vorgab, noch vor seinem Ende ihn zu dem römischen Glauben zu bekehren suchte; zu diesem wandte sich der fromme Zeuge Jesu Christi und antwortete ihm: Damals hättest du mich bekehren sollen, als wir früher beieinander auf solchem Platze waren (den er nannte), und ein jeder eine Hure auf seinem Schoße hatte.

Als er auf die Schaubühne kam, wo er getötet werden sollte, zeigte er solch ein fröhliches Gesicht, als ob er zu einer Hochzeit oder zu einem Freudenfeste gegangen wäre, denn er trat mit solcher Behändigkeit zu dem Pfahle, wo er sein Opfer tun sollte, als ob er einen Sprung getan hätte.

Als er zum Pfahle kam, zeigte er dem Scharfrichter seine Unvorsichtigkeit, welche darin bestand, daß die Löcher, vermittelst welcher man ihn befestigen sollte, nicht dahin gebohrt waren, wohin sie gehörten.

Hierauf hat man in der Kürze seinem Leben ein Ende gemacht, und er ist, nach vielen Tormenten, verbrannt worden, als er seine Seele in die Hände Gottes befohlen hatte.

Dieses alles hat zu einer solchen Rührung Veranlassung gegeben, daß verschiedenen von den Herren, die über sein Todesurteil zu Gerichte gesessen hatten, die Tränen aus den Augen liefen, aus Mitleiden über diesen unschuldigen, aber doch wohlgegründeten und standhaften Menschen, was wir nötig erachtet haben anzuführen, und das zwar aus dem Zeugnisse derer, die, nach ihrem eigenen Berichte, dabei gewesen sind und solches gesehen haben. Es ist ein köstliches Ding, geduldig sein, und auf die Hilfe des Herrn hoffen, Klgl 3.