2.524  Jelis Claverß, Lysabet, Claes de Vries Weib, Nelleken Jaspers, und außer ihnen 33 Personen, 1571.

Im Jahre l571 sind zu Antwerpen in Brabant 36 Personen um der Wahrheit des heiligen Evangeliums Jesu Christi willen, welcher sie nachfolgten, gefänglich eingezogen worden. Unter denselben haben sich auch Jelis Claverß und des Claes de Vries Weib, genannt Lysabet, und Nelleken Jaspers befunden, von welchen wir glauben, daß sie mit in der Zahl der sechs Mannspersonen und den dreißig Weibern begriffen gewesen, von welchen einige verbrannt, andere aber in großer Standhaftigkeit ertränkt worden sind; diese gemeldete Lysabet aber starb mit einem Schraubeisen im Munde, welches ihr das Reden verwehrte, damit sie die Unschuld ihres Todes dem umstehenden Volke nicht verkündigen möchte, durch welche Tat die Mönche und Pfaffen das Maß ihrer Vorfahren, der blutdürstigen Pharisäer, bis an den Rand gefüllt haben, denn jene haben nur ihre, eigenen Ohren verstopft, damit ihnen der werte Mann Gottes Stephanus die Wahrheit nicht sagen möchte, dagegen haben diese neuen Pharisäer, die Mönche, diesem frommen und treuen Zeugen Gottes die Zunge mit Schrauben festgeschraubt und die Oberfläche der Zunge mit einem glühenden Eisen bestrichen, damit sie anschwellen und dadurch eine Zeitlang zur Rede unfähig gemacht würde. Also sind diese Frommen nicht wegen irgendeiner Missetat, wegen eines Aufruhrs, Betrugs oder Ketzerei willen getötet worden, sondern allein, weil sie aus Babel ausgegangen waren und sich mit Christo vereinigt hatten, worin sie der Lehre des Heiligen Geistes nachfolgten. Darum haben sie für den Glauben der Wahrheit tapfer gestritten, und werden von dem Fürsten der Wahrheit die Krone der ewigen Herrlichkeit (für diese kurze und kleine Arbeit) aus Gnaden empfangen und ewig genießen.

Diese oben gemeldete Nelleken Jaspers ist ein Mägdlein von siebzehn Jahren gewesen, zu deren Andenken in diesen Landen viel auf der Gasse gesungen worden ist. Sie hat ungefähr ein Jahr gefangen gesessen, sodass sie ungefähr 18 Jahre alt war, als sie starb. In der Zeit ihrer Gefangenschaft hat sie schwere Anfechtungen erlitten, indem ihr bald mit Bedrohungen des schrecklichen Todes, bald mit schönen Verheißungen einer vorteilhaften Heirat und dergleichen zugesetzt wurde; aber gleichwie Christus (ihr Herzog) alle Versuchungen des Feindes abgeschlagen und überwunden hat, so ist auch diese junge Heldin den Fußstapfen ihres Bräutigams Christi Jesu getreulich nachgefolgt, ist bis an den Tod standhaft geblieben, und hat, durch Gottes Gnade, das Ende des Glaubens (welches der Seelen Seligkeit ist) davon getragen. Obgleich einige die Nelleken Jaspers unter die Geusen (reformierte Religion) zu ziehen suchen (gleichwie sie auch von der Anneken von den Hove mit Unrecht behaupten, welche bei Brüssel lebendig vergraben worden ist), so verhält sich doch die Sache anders, denn als man dieses aufgezeichnet hat, sind noch glaubwürdige Menschen am Leben gewesen, die es besser wussten; diese haben bezeugt, daß sie auf eben denselben Glauben gestorben sei, den auch diese frommen Bekenner hatten (die man Mennoniten nennt); solches ist auch aus Joost Verkinderts Briefe vom 20. Juni zu ersehen, in welchem sie in Ansehung des Glaubens zu Joost und Louwerenß Andrieß gesetzt wird, welche die Brüder mit des Herrn Frieden grüßen ließen.