2.45  Georg Baumann, 1529.

Um diese Zeit ist ein Bruder, namens Georg Baumann, zu Beuschlet in Württemberg um des Glaubens und des Wortes Gottes willen gefangen genommen worden. Der Edelmann, dessen Untertan er gewesen, hielt ihn eine Zeitlang gefangen und ließ ihn entsetzlich ausspannen und peinigen, brachte es auch durch Gefängnis, Marter und Pein und durch allerlei Verheißungen so weit, dass er überredet wurde und ihnen zu folgen sich bereit erklärte; nachher verlangten sie von ihm, dass er in der Kirche widerrufen und bekennen sollte, dass er von seinen Irrtümern abgestanden sei, welches er ein- oder zweimal tat, in die Kirche ging und seinen abgezwungenen Widerruf ausrichtete; unterdessen ging er in sich selbst, betrachtete die Ehre Gottes und seines heiligen Namens, desgleichen wozu er gekommen sei.

Als er daher zum dritten Male wieder in die Kirche kam und seinen Widerruf bekannt machen sollte, sagte er zu dem Pfaffen und zu denen, die bei ihm standen: Ihr habt mich verurteilt und durch Angst und Pein dahin gebracht, dass ich mich bereit erklärt habe, euch zu folgen, nun aber widerrufe ich und widerspreche diesem allem, und es ist mir leid, dass ich solches getan habe. Hierauf hat er angefangen, aufs Neue zu bekennen, dass dieses die göttliche Wahrheit und der rechte Glaube, ja der Weg zum Leben in Christo sei, und dass er in seinem Glauben und Bekenntnisse bis an sein Ende beharren und standhaft bleiben wolle. Was hatten nun die Pfaffen und Diener weiter zu erwarten; sie nahmen ihn ohne Verzug wieder gefangen und man verurteilte ihn sofort zum Tode. Als man ihn zum Richtplatze hinausführte, sang er wohlgemut auf dem ganzen Wege; es war im Dorfe sehr kotig, aber er ging so schnell, dass ihm sogar die Schuhe im Kote stecken blieben; er achtete und merkte dies jedoch nicht, sondern ließ sie darin stecken und eilte nach dem Richtplatze, sang auch vor Freuden, weil Gott wieder solchen Mut in sein Herz gelegt hatte, so ward er enthauptet und durch das Schwert gerichtet. Der Edelmann, der ihn hat richten lassen, und fast alle, die im Gerichte saßen und ihn verurteilt haben, sind eines bösen Todes gestorben und haben ein schreckliches Ende genommen, womit ihre fröhlichen Tage in dieser Welt aufgehört haben.