2.44  Philipp von Langenlonsheim, 1529.

Einer der letzten Brüder, welche sie in der Stadt Greitze hinrichteten, wurde Philipp von Langenlonsheim genannt. Als ihm der Scharfrichter das Haupt abschlug, ist ihm etwas vor das Angesicht gefahren, sodass er mit den Händen nach dem Angesichte griff, was das Volk wohl sah, aber nicht wusste, was es gewesen, oder warum er so tat; denn die Rede ging nachher, dass ihm etwas, gleich einer schwarzen Henne, um sein Angesicht geflogen sei, weshalb er sich so mit den Händen gewehrt hatte; einige sagen, es sei ihm das Blut in das Angesicht gespritzt; und obwohl er es am besten wusste, was es gewesen, so haben es nachher gleichwohl auch andere sehen können, was es gewesen sein müsse, denn diesem Scharfrichter ist die Nase bis an das Haupt abgefallen; so plagte und suchte Gott ihn heim um des unschuldigen Blutes willen, womit er sich nicht wenig befleckt hatte, wodurch Gott klar und öffentlich die Drangsal, die sie den Frommen angetan, zu erkennen gegeben hat. Auch ist der Pfalzgraf durch verschiedene Umstände so bewegt und erschreckt worden, dass er später keine Lust mehr hatte, seine Hände in solchem Blute zu waschen, und viel darum gegeben hätte, dass es nicht geschehen wäre.