2.413  Henrich Arentß, 1568.

Unter vielen andern Rechtgläubigen und nach dem Befehle Christi Getauften, die überall verfolgt, verjagt und getötet worden sind, ist auch Henrich Arentß von Briel um das Jahr 1568 diesen Verfolgern in die Hände geraten. Die Veranlassung zu seiner Gefangennehmung hat nachfolgender Umstand gegeben. Es ist vor Briel ein Schiff ans Land gekommen, welches leck geworden war. Da nun gemeldeter Henrich Arentß in Briel Schiffszimmermann gewesen, so haben die Schiffsleute ihn ersucht, das Schiff auszubessern. Als er nun bei ihnen war, haben unterdessen die Herren von Rotterdam vernommen, daß gemeldetes Schiff ein Piratenschiff sei, und haben eine Anzahl Kriegsknechte dahin gesandt; diese haben das Schiff weggenommen und den gemeldeten Henrich Arentß nebst den Seeräubern gefänglich nach Delft gebracht. Als aber die von Delft sie nicht aufnehmen wollten, sind sie sofort nach Rotterdam gebracht worden. Daselbst sind sie bald um ihrer Missetat willen zum Strange verurteilt worden. Als solches Henrich Arentß hörte, hat er gefragt, ob er in eine Stadt des Rechts oder der Gewalt gekommen wäre; warum sie den Unschuldigen mit dem Schuldigen verdammen wollten; daß er nicht wegen einer Sünde oder Missetat gefangen genommen wäre, würden sie erfahren, wenn sie wegen seiner Person und seines Glaubens Nachfrage halten wollten. Als der Gouverneur dieses hörte, fragte er: Was sagt er? Was ist dieses für ein Ketzer? Ist er einer von den Wiedertäufern, dann soll er nicht gehängt, sondern verbrannt werden. So ist er demnach seines Glaubens wegen untersucht worden und hat ohne Scheu bekannt, daß er nach dem Befehle Christi auf seinen Glauben getauft sei; dagegen hat er die Kindertaufe und alle päpstlichen Irrtümer verworfen, aber die Ordnung Christi und seiner Apostel, welche er und seine Mitgenossen beobachteten, hat er bekannt; deshalb haben sie ihn verurteilt, und nachdem er vierzehn Tage gefangen gesessen, ist er in großer Standhaftigkeit an gemeldetem Orte verbrannt worden, und hat den wahrhaften Glauben mit seinem Tode und Blute befestigt.