2.384  Hans Georgen, 1566.

In diesem Jahre 1566 ist auch der Bruder Hans Georgen, ein Graf von Großenstein aus Welschland oder Italien, als er sich in Deutschland bei der Gemeinde (wohin er geflüchtet war) aufgehalten, und sich in seinem Christentum leutselig und wohl aufgeführt hatte, wieder einmal in Welschland gereist, wo er sein Weib zurückgelassen hatte; er wurde aber dort angebracht und verraten, sodass Leute von Venedig kamen, die ihn in Verhaft nahmen; als sie aber mit ihm auf dem Wasser waren, um nach Venedig zu reisen, haben sie ihn ins Meer geworfen und ertränkt. Sie haben ihn um deswillen in aller Stille über die Seite geschafft, damit sie nicht so viel Mühe in Venedig mit ihm haben möchten, indem er von so hohem Stamme war. Also hat er um des Glaubens willen sein zeitliches Leben verlieren müssen. In Folge seines Glaubens hat er allen Adel dieser Welt verlassen, und wollte lieber mit dem Volke Gottes Schmach leiden, als unter den Seinen zeitliche Ehre und Hochachtung genießen; darum achtete er auch die Verachtung um des Namens Christi willen für einen großen Reichtum, weit über die Schätze Ägyptens, oder den Adel dieser Welt; denn er sah auf die zukünftige Zeit und ewige Belohnung, die da groß sein wird im Himmel, und ihm, als einem Zeugen, Nachfolger und frommen Ritter Christi, nicht vorenthalten werden wird.