2.214  Augustin, der Bäcker, 1556.

Es hat sich im Jahre 1556 oder um dieselbe Zeit zugetragen, daß in Beverwyk ein Bruder war, Augustin genannt, seines Handwerks ein Bäcker, welcher, nachdem er die Welt verlassen hatte, sich auf seinen Glauben nach der Ordnung Christi taufen ließ, was die Papisten nicht ertragen konnten. Zu derselben Zeit war dort ein Bürgermeister, welcher sehr feindselig gesinnt und mit einem verkehrten Eifer erfüllt war; dieser sagte einst, er wolle Torf und Holz dazu hergeben, um Augustin zu verbrennen. Der Schulze sagte, er wollte Augustin nicht fangen, ohne ihn zuvor zu warnen; aber er hat sein Wort nicht gehalten, denn er ist gerade zu der Zeit gekommen, als Augustin damit beschäftigt war, den Teig zu kneten; als Augustin ihn bemerkte, begab er sich auf die Flucht, er wurde aber von seinen Verfolgern sofort ergriffen und ins Gefängnis gebracht, und weil er ein sehr lieber Mann war, so hat solches des Schulzen Frau sehr betrübt, welche zu ihrem Manne sagte: O, ihr Mörder! Was habt ihr getan! Aber es war umsonst, er musste als ein Schlachtschäflein seinem Herrn Jesu nachfolgen. Weil er aber in seinem Glauben standhaft blieb, so haben sie über ihn ein grausames Urteil gefällt, nämlich, daß er an eine Leiter gebunden, ins Feuer geworfen und lebendig verbrannt werden sollte. Als er nun zum Tode ging, sah er einen seiner guten Bekannten, zu welchem er sagte: Lebe wohl, Joost Cornelissen! Dieser, der eine gute Hoffnung von ihm hatte, antwortete ihm freundlich: Ich hoffe, daß wir dermaleinst ewig beieinander sein werden!, worauf der Bürgermeister mit feindseligem Gemüte sagte: Er wird nicht hinkommen, wo du hinkommen wirst, sondern er geht von diesem Feuer in das ewige. Darauf sagte Augustin zum Bürgermeister: Ich fordere dich auf, innerhalb dreier Tage vor dem Gerichte Gottes zu erscheinen. Es ist aber der Bürgermeister, nachdem Augustin hingerichtet war, sofort vom Wahnsinne befallen worden, und hat allezeit aus einem beängstigten Gewissen gerufen: Torf und Holz! Torf und Holz!, sodass es schrecklich anzuhören war. Er ist auch, ehe die drei Tage zu Ende waren, gestorben. Wahrlich, ein großes Kennzeichen der allsehenden Augen Gottes, der solche Grausamkeiten nicht ungestraft lassen wollte, allen denen zum Beispiele, die dergleichen in ihrer verkehrten Blindheit begehen; denn man sieht, daß diejenigen, die mit der tyrannischen Grausamkeit über die Frommen Gott einen Dienst zu tun glauben, oft ein böses Ende nehmen. Auch der Apostel Jakobus sagt, daß ein unbarmherziges Gericht über diejenigen ergehen werde, die keine Barmherzigkeit geübt haben; der Herr wolle sie erleuchten, die mit solcher Blindheit umgeben sind.