2.179  Henrich Dirkß, Dirk Janß und Adrian Cornelius.

Auch wurden in demselben Jahre 1552 drei Brüder, mit Namen Henrich Dirkß, Dirk Janß, und Adrian Cornelius, zu Leyden gefangen genommen und wegen ihres Glaubens untersucht; als sie aber denselben ohne Furcht bekannten und davon nicht abweichen wollten, sind sie auch zum Tode verurteilt worden. Henrich Dirkß trat mit Freuden vor und sagte: Selig sind, die hier weinen, denn sie werden dort lachen und mit glänzenden Kleidern, ja, mit der ewigen Krone belohnt werden, wenn sie standhaft streiten. Dieses ist des Herrn Sabbat, wonach ich mich lange gesehnt habe, nicht, als ob ich würdig wäre, um seines Namens willen zu leiden, sondern Er hat mich hierzu würdig gemacht, und also leiden wir nicht wegen Diebstahls oder Mordes, sondern wegen des reinen Wortes Gottes.

Dirk Janß sprach: Obgleich uns alle Menschen verachten, so verachtet uns doch Gott um deswillen nicht; denkt daran, ihr Herren, dass dort oben ein Richter sei über alle, und glaubt, dass Er auch einmal richten und urteilen werde. Dieses Leiden, sagt er, ist nicht so groß, Christus hat viel mehr leiden müssen, als Er sein Blut für uns vergossen hat; Er wird uns stärken in dem, was wir um seines Namens willen leiden, denn wir leiden um keiner Sekte oder Übeltat willen; denn außer unserem Glauben, den wir verteidigen, wird man sonst keinen rechten Glauben finden. Darum, o Gott, erbarme dich doch meiner und nimm mich auf deine Arme. Adrian Cornelius sagte mit tapferem Gemüte: Diesen Weg ist Christus und auch seine lieben Apostel vorgewandelt; nun sollen wir, seine Knechte, nicht über unserm Herrn sein. Hierauf fielen sie auf ihre Knie, verrichteten ihr Gebet ernstlich zu Gott und sagten beim Aufstehen: Sie meinen mit uns die Gottesfürchtigen zu töten und auszurotten, aber statt einem, den sie umbringen, werden ihrer hundert wieder aufstehen. Darum fürchtet nicht diejenigen, die den Leib töten, sondern fürchtet den, der Leib und Seele in die ewige Pein werfen kann. Als sie auf der Bank standen, riefen sie: Fürchtet nicht das Zeitliche, sondern fürchtet das, was ewiglich währen wird, denn ewig währet lang. Hiermit haben sie ihre Seelen in die Hände Gottes befohlen und ihr Brandopfer verrichtet. Nun liegen sie und ruhen unter dem Altare und warten darauf, dass sie mit glänzenden Kleidern angetan werden und dass ihnen in des Himmels Throne der neue Wein eingeschenkt werde.

Hier folgen einige Briefe, von Adrian Cornelius im Gefängnisse geschrieben.