2.175  Maria von Monjou, 1552.

Gleichwie es nach dem Zeugnisse der göttlichen Schrift bekannt und offenbar ist, dass alle, die in Christo Jesu gerecht und gottselig leben, von Anfang der Welt her haben leiden müssen, so ist diese Maria als eine fromme, gottesfürchtige Frau, dieses Leidens auch teilhaftig geworden; denn als sie, nach dem Befehle der Schrift, sich auf den wahren Glauben, als ein Glied an dem Leibe Christi, taufen ließ, auch eine Zeitlang bei ihren Brüdern und bei allen Menschen einen erbaulichen Wandel geführt hatte, so ist sie durch den Neid des Drachen ruchbar geworden; darum hat der Amtmann von Monjou diese Frau abholen lassen und hat sie daselbst gefangen gesetzt, wo sie bis ins zweite Jahr gesessen und obgleich sie vieles zu leiden hatte, so hat sie solches mit Freuden ertragen; auch hat sie die Frommen stets ermahnt, dass sie doch in der Liebe wandeln und sich fest an den Bund Christi halten sollten; sie ist selbst allezeit damit umgegangen, dass sie ihren Leib zum Opfer geben möchte, welches lebendig, heilig und Gott wohlgefällig wäre, und dass sie zum geistigen Hause auferbaut werden möchte, welches inwendig mit dem Worte Gottes ausgeziert wäre. Die Obrigkeit hat sie drei Tage nacheinander versucht, aber nicht bewegen können, ihren Glauben zu verlassen, denn sie wollte bei Christo bleiben, indem, nach dem Zeugnisse der Schrift, niemand zu Schanden wird, der Gott von Herzen fürchtet. Der Amtmann fragte sie bittweise, ob sie in die Kirche gehen wollte, in diesem Falle wolle er sie in Freiheit setzen und ihr ein ganzes Jahr die Kost geben; sie aber hat ihm solches nicht zugestanden, sondern begehrt, bei Christo zu bleiben und ihr Leben für denselben zu lassen, worauf sie verurteilt worden ist, dass sie im Wasser ertränkt werden sollte. Als sie nun zum Wasser hinausging, sang sie mit fröhlichem Gemüte, weil dieser Tag erschienen wäre und sie diese Stunde erlebt hätte; sie ist in die Hände des Pilatus übergegangen, gleichwie ein Schäflein zur Schlachtbank geführt wird, und wie man auch, nach der Schrift Zeugnis, mit Christo umgegangen ist, sie werden euch töten und meinen, sie hätten Gott einen Dienst damit getan. Auf dem Wege hat Maria gesagt: Ich war eines Mannes Braut, aber heute hoffe ich eine Braut Christi zu sein und mit Ihm sein Reich zu ererben. Als sie sich dem Wasser näherte, sagte einer von den Heuchlern: Ach, Maria, bekehre dich doch, oder es wird dir nicht wohl ergehen. Bei dem Wasser hielt man sie länger als zwei Stunden auf, in der Hoffnung, sie zu bewegen, die Wahrheit zu verlassen und ihnen nachzufolgen. Darauf sagte Maria: Ich bleibe bei meinem Gott; fahret doch darin fort, warum ihr hierher gekommen seid. Das Korn ist im Stroh, es muss gedroschen sein; also hat das Wort Gottes angefangen und das muss vollendet sein; hiermit hat sie ihre Kleider ausgezogen; sich dazu willig übergeben und gesagt: O himmlischer Vater! In Deine Hände befehle ich meinen Geist; sodann ist sie im Wasser ertränkt worden und gestorben, hat auch zum Troste aller Gläubigen, den Namen Gottes bezeugt und solches mit ihrem Tode versiegelt.

Um diese Zeit hat man auch eine fromme, gottesfürchtige Frau, Bärbel genannt, zu Jülich ertränkt, weil sie das Papsttum und die Abgötterei verlassen und sich unter den Gehorsam des heiligen Evangeliums begeben hat.