2.156  Catharina.

Acht Tage nachdem die Vorgenannten aufgeopfert worden sind, ist auch eine Frau, namens Catharina, zum Feuer verurteilt worden, welche, als sie noch gefangen saß, von den Mönchen sehr gequält worden ist, dass sie abfallen sollte; sie sprach aber: Ich stehe so fest auf meinem Glauben, dass ich mich dafür zu Gottes Ehren an einem Pfahle braten lassen will. Was würdet ihr, wohl für euren Glauben tun; gewiss nicht viel, darum bessert euch, ehe ihr zu Schanden werdet. Als sie nun verurteilt war, lebendig verbrannt zu werden, und zum Richtplatze hinausging, wurde sie von einem Bruder begrüßt, und als sie zu der Schaubühne kam, wurden auf ihr Begehren ihre Hände entfesselt. Da ist sie niedergekniet und hat Gott inbrünstig um Kraft angerufen, welche ihr auch zuteil geworden ist; denn als sie aufstand und an den Pfahl gebunden wurde, hat sie herzhaft gesagt: Ich werde um der Wahrheit willen getötet; darum will ich ohne Furcht alles leiden, was euch in die Hände gegeben ist, an mir zu tun. Da kam ein Verführer herbei, um sie zu trösten und (wie er sagte) zu stärken; sie aber sprach: Schweige, denn du bist von deiner Qual ganz ermüdet; höre auf mich zu trösten, und tröste dich selbst; denn derjenige, um dessen willen ich leide, wird nun mein Trost sein. Sodann ist sie, unter dem Anschauen allen Volkes, im festen Vertrauen zu Gott, welchen sie anrief, lebendig verbrannt worden, und hat ihre Seele und ihren Leib, Gott zu einem Brandopfer, mit einem standhaften Gemüte aufgeopfert.