Einmal bekehrt - nie mehr verloren ?

von Joachim Kraus und Benedikt Freitag
 
'Einmal bekehrt - nie mehr verloren' hört man oft. - Stimmt das denn?
Sind wir allein unter der Bedingung der Bekehrung errettet, oder erfordert die ewige Errettung auch ein Leben in der Heiligung und ein immerwährendes, gläubiges Schauen auf unseren Herrn JESUS CHRISTUS, ebenso wie die Inanspruchnahme seiner Vergebung durch fortwährende Reinigung von aller erkannter Schuld und Sünde?

Kann ein gläubiger Christ wieder vom Glauben abfallen, oder kann das - wie viele behaupten - nur einem Unbekehrten passieren? Bleibt ein Christ für immer errettet, auch wenn er gar nicht mehr glauben will bzw. mutwillig in der Sünde verharrt oder wird ohne Heiligung niemand den HERRN sehen? Diese Fragen bewegen seit der Theologie Calvins, besonders aber seit etwa 1850 die Christenheit.
Mit der vorliegenden Analyse, bei der die Verfasser mit „griechischen Hilfsmitteln" tiefer in den Urtext eingedrungen sind, wird versucht, eine präzise Antwort auf diese Fragen zu finden.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort    4
Einmal bekehrt    5
Ein Herr ein, ein Glaube, eine Taufe    8
Kein Unterschied zwischen Juden- und Heidenchristen    10
Israel als Vorbild für die Gläubigen oder „Haushaltungen"    11
"sondern, der den Willen meines Vaters in den Himmeln tut"    13
Bleiben in Christo - Ausharren    16
Nie mehr verloren    17
„Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen"    21
„Ich habe Kinder großgezogen, und sie sind von mir abgefallen"    22
Fleisch gegen Geist beim Christen    24
Bleibendes (ewiges) Leben „Zoä" oder irdisches, vergängliches Leben „Bios"    26
Verkürzter Urtext - ungenaue Übersetzung - verfälschte Grammatik - irreführende Auslegung    27

EXKURS I: Koine-Griechisch - die einfachere Urtextsprache    31
Wie ist diese wunderbare Sprache eigentlich entstanden?    32

EXKURS II: Die koine-griechischen Zeiten    35
I. Vorrangig andauernde Zeiten    36
II. Die punktuelle Zeit (Aorist)    38
III. Die zusammengesetzten Perfektzeiten    40

EXKURS III: Die griechischen Bedingungssätze    44
1. Art: Undefiniert/unbestimmt (indefinitus)    44
2. Art: Durchaus möglich (eventualis)    45
3. Art: Entfernt möglich (potentialis)    46
4. Art: Unwirklich (irrealis)    47

Bibelverse zur Anwendung    49
Fragen zur Wiederholung    61
Literaturverzeichnis    64

 

 
ISBN 978-3-933828-24-8           

 

Zitat:
 
"Was für ein schockierender Augenblick muss das sein, wenn maßgebliche Wortführer dieser Bewegung feststellen müssen, dass nicht sie selbst oder ihr beinahe "allmächtiger" Brüderrat, sondern der erhöhte Herr Jesus Christus das Himmelreich aufschließt und zuschließt. Die Erkenntnis muss furchtbar sein, desgleichen dass die Auslegung der zur Zeit Jesu gültigen koine-griechischen Grammatik die richtige war, und nicht die selbstgefertigte exklusivcalvinistische-Grammatik, nicht die calvinistische Sonderlehre vom geleugneten Abfall, den entwerteten Hebräerbrief-Ermahnungen und der fleischlichen Praxis, alles Unangenehme den unbekehrten Namenschristen oder dem Volk des Alten Bundes zuzuschieben. Welch Schreck vor allem, wenn mit dem "Schlagen der Mitknechte" das Verhältnis zwischen Brüdern gemeint sein sollte und einige der besonders lieblosen Brüder sich "draußen" wiederfinden sollten, weil sie andere Mitknechte geschlagen haben. Gott ist gerecht und bei Ihm gilt kein Ansehen der Person. Er wird auch richten zwischen "Schaf" und "Schaf" und Seine "Schafe" von den "Böcken" scheiden. Auch diese wichtigen Stellen sind im Calvinismus weitgehend unbekannt oder werden recht selten ausgelegt, dann jedoch größtenteils für Israel, und nicht für die Christen.

Bei der immer heftiger um sich greifenden Kontroverse um das Nicht-mehr-Verlorengehen innerhalb unserer heutigen bekennenden Christenheit erschien uns der griechische Urtext mit seinem sehr genauen Zeitengefüge und die ursprüngliche Bedeutung der griechischen Wörter die beste Waffe gegen diese weitverbreitete schriftwidrige Lehre zu sein. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir die nicht schriftgemäße bzw. nicht urtexttreue Auslegung offenlegen wollen, jedoch sehr wohl um liebe Glaubensgeschwister in den angesprochenen Bewegungen wissen, die wir in keinerlei Weise persönlich verletzen wollen. In letzter Konsequenz gehören Liebe und Wahrheit zusammen.

Unsere Argumentation basiert im wesentlichen auf den Aussagen der Heiligen Schrift, dass es keinen Unterschied zwischen Heidenchristen und Judenchristen gibt und der Weg Gottes mit Israel uns Christen als mahnendes Beispiel dient. Eine anderslautende Auslegung (Exegese) weisen wir entschieden zurück. Die ernsten Aussagen des Wortes Gottes zu den heute weitgehend geleugneten Bedingungen der Heiligen Schrift für den Eintritt in das Reich Gottes werden untermauert durch die unterordnenden Bindewörter: "(allerdings nur) wenn", griechisch "xxxx" + Möglichkeitsform oder griechisch "xxxx" + Wirklichkeitsform im Bedingungsnebensatz, ohne die Bindewörter „so" bzw. „dann", griechisch "xxxx" im Hauptsatz. Es handelt sich im ersten Fall durchaus um die Möglichkeit, ob etwas sein könnte, und im zweiten Fall um die Aussage „ja" oder „nein", ob etwas tatsächlich ist oder nicht ist. Übertragen auf die Wenn-Sätze zum ewigen Heil, beweist uns die griechische Grammatik, dass es weder entfernt möglich (potentialis), noch unmöglich ist (irrealis), sondern durchaus möglich (eventualis) und nicht festgelegt (indefinitus) ist, das Heil zu behalten bzw. zu verlieren oder das Ziel (das Himmelreich) zu erreichen bzw. zu verfehlen. Lässt Gottes Wort die Möglichkeit offen oder stellt sie als unbestimmte Alternative vor unsere Augen, haben wir nicht das Recht, diese zu verändern oder zu verfälschen mit der Aussage, dass das Heil unverlierbar sei.

Wir strecken den Calvinisten nicht nur das Schwert des Geistes entgegen, sondern halten ihnen (im speziellen Fall der bibelkritisch-neocalvinistischen Bewegung) die Fälschung der koinegriechischen Grammatik vor. Wenn man Calvin und einige traditionsreiche „englische, holländische und deutsche" Lehrer höher achtet als Gottes Wort, muss man wohl zu solchen Mitteln greifen. Interessant war für uns die Entdeckung, dass das schriftwidrige Glaubensdogma Calvins, das ab 1850 wieder aufgewärmt wurde, mit den wegrevidierten Bibelvers(teil)en der Bibelkritik einhergeht. Wer den vollständigen Urtext beachtet, die z.T. kombinierten punktuellen und andauernden griechischen Zeiten berücksichtigt, die biblischen Aussagen selbst mit o.g. Bedingungen der ersten und zweiten Art kombiniert (siehe Exkurs Wennsätze), kann gar nicht anders, wenn er konsequent, logisch und im Glauben nachdenkt, als seine traditionsreiche Kind-bleibt-Kind-Lehre, die unseres Wissens nach bis ins 3. bzw. 4 Jahrhundert zurückgeht, über Bord zu werfen.

Die biblische Lehre vom Nicht-mehr-Verlorengehen lautet für alle Juden- bzw. Heidenchristen gleichermaßen zusammenfassend etwa so:

 
Einmal bekehrt, einmal wiedergezeugt aus dem Wort Gottes und aus dem Heiligen Geist wiedergeboren, im Glaubensgehorsam die Sünde kraft des Blutes Jesu Christi überwunden und in Reinigung von jeder erkannten Sünde und Heiligung bis ans Ende ausgeharrt, nie mehr verloren."