Besuch beim ICF (International Christian Fellowship)

Die Kultstätte

Zur Show des Ganzen gehörte, daß man unpersönlich persönlich am Eingang von zwei ICFlern mit Anzug (soll wohl seriös wirken) (1x Mann und 1x Frau) die Hand bekommt. Ich dachte schon nun käme es bei den christlichen Türstehern zu einer Art geistlichen Gesichtskontrolle - dem war aber nicht so. In der Halle drin, gab es rechts einen kleinen Buchladen mit der üblichen Verführungs-Literatur. Und paar Meter weiter gab es dann eine aufwändige Bar mit diversen Getränken. Dieses Konzept Gotteshaus = Kneipe ist bei der ICF wohl Standard. Vielleicht ist es wie bei den Mönchen, man erträgt es nur noch mit Alkohol.

An der Bar traf ich dann auch einen aus den Darbyisten (Brüdergemeinde) der meinte, man müßte über den Tellerrand der Brüdergemeinden schauen. Naja - wenn man in die versalzene Sekten-Suppe gefallen ist, kann man kaum noch über den Tellerrand schauen. Man müßte schon eher die ganze trübe und stinkende Suppe ausschütten.

Der Raum war komplett schwarz. An den Decken gab es einige Ventilatoren. Die Stühle waren Kinostühle und recht bequem. Am Ende des schwarzen Raumes war dann die Show-Bühne mit den üblichen Instrumenten wie: E-Gitarre, Bass-Gitarre, Schlagzeug, Elektro-Klavier. Ein Beamer und eine Leinwand dürfen freilich auch nicht fehlen. Links war dann noch ein recht überdimensioniertes Mischpult.

Die Baals-Musik

Ich setzte mich also hin. Die Zielgruppe der zu Verführenden schätze ich auf ein Alter von ca 14 - 20 Jahre ein. Auffällig war, daß recht viele sehr junge Pärchen zusammen in den "Gottesdienst" gekommen sind.

Die Show konnte beginnen. Warum es kein Popkorn gab, habe ich nicht verstanden. Der Raum wurde also abgedunkelt und der Rauch aus dem Totenreich kam mir immer bedrohlich näher. Dann wurde noch per Beamer und Sound ein 30 sekündlicher Countdown eingeläutet. Bei 0 ging dann auch gleich das Licht für die Bühne an und Blondie (Sängerin) mit ihren Mannens legte dann gleich zum "singen" los. Die Sängerin schätze ich mal auf ca 37 Jahre. Sie war bei dem ganzen Lärm (Lobpreis) immer im Mittelpunkt. Sie trug hautenge Jeans und räkelte sich mit engem Oberteil und entsprechendem obligatorischem Ausschnitt auf der Bühne umher. Überhaupt scheint es wohl Standard zu sein, daß die Damenwelt des ICF weite Ausschnitte trägt und sonst auch eben im fleischlichem Stil des Fleischesdienstes sich kleidet. Naja - auf der Webseite der ICF Zürich - kann man auch sehen, wie es mal einen Gottesdienst gab, bei dem Männer und Frauen zusammen in einem sehr großen Planschbecken ihren Götzendienst praktizierten. Die Männer mit freiem Oberkörper und die Frauen entsprechend gekleidet. Daß man dann noch Bilder findet wo sich paar junge ICFler zusammen, und die Frauen mit Bikini in einem Whirlpool vergnügen ist dann auch keine Verwunderung mehr wert. Überhaupt scheint die Unzucht das Geschäftsmodel des ICF zu sein.

Die Musik war sehr laut und ohne Schutz des Gehörs führt das zur Schädigung desselben. Dann wurden wie üblich die Lieder heruntergesungen und die Liedfolien mit dem Beamer an die Leinwand gebeamt. Der Stil der Musik ist bei solchen Sekten immer gleich: Starrer Beat, schwachsinnige Texte, unendliche Wiederholungen dieser Texte, und vor allem seelisch/fleischlich. Eine Liedfolie war aber schon der Hit. Ich denke es war das Lied "Heilig, Heilig, Heilig". Jedenfalls war die Folie und das Bild nicht so heilig. Zu sehen war ein ca 20 jähriges asiatisches Girly. Diese Bild nahm ca 2/3 Platz der gesamten Folie ein und darüber lag dann der scheinheilige Text. Das Bild war so gestrickt, daß der nackte Oberkörper dieser Frau bis knapp zum Brustansatz zu sehen war. Böse - war das Bild vervollständigt. Das ist im Grund dann auch schon die ganze pervertierte Heiligkeit der ICF-Sekte. Dann durchstreiften noch diverse Lichter den dunklen Raum etc. Die Gesichter der Besucher kamen mir doch eher leer und traurig vor.

Der falsche Prophet

Als sich bei mir schon die Müdigkeit eingestellt hatte, kam dann noch Leo Bigger auf die Bühne. Er wurde als besonderer Gast angekündigt. Dann wurde kurz die ICF in Europa vorgestellt und man sprach von einem exponentiellen Wachstum - da kam mir gleich ein Virus oder der Krebs in den Sinn, diese vermehren sich ja ebenfalls so krankhaft.

Leo Bigger präsentierte sich mit verschlissener Jeans und leicht übergewichtig mit engem T-Shirt - als der liebe Nachbar von nebenan oder dem guten Kumpel. Dann wurde er während seiner Show noch an die 5m Leinwand gebeamt - was angesichts der recht übersichtlichen Halle einen weltmännischen Eindruck vermitteln sollte. Leo Bigger im 5m Format und ca 1,7m Real-Format sprach dann über Dinge die raus müssen und die Gott uns aufs Herz legt. Um diese Aussage plastisch auch mit Gestik zu verdeutlichen, vergleich er es mit vollem Körpereinsatz mit einer Darmverstopfung - echt. Er tat dann auf der Bühne so, wie er es dann auch in der Realität bei Problemen des Stuhlgangs machen würde. Die Kleider hat er aber dazu angelassen. In Bezug auf die Exkremente die nicht raus wollten im Vergleich zu den geistlichen Dingen sagte er dann: "Im Namen Jesu komme raus". Dieses Perversion zog sich dann durch die ganze Predigt durch. Dann erzählte er noch einen Witz über einen angehenden Prediger, der um seine Angst vor dem predigen überwinden zu können, 17 Schnäpse (zwischen seiner Predigt) getrunken hatte. Die Folge war, daß der angehende Prediger dann das Wort Gottes völlig verdreht hatte - dazu formulierte Bigger dann das Wort Gottes in entstellter weise "lustig" um. Dann erwähnte Bigger Reinhard Bohnke positiv und als Vorbild. Wörtlich sagte Bigger dann noch: "Ich bin sexy, wenn ich Fehler mache" und "Es muß nicht perfekt, sondern sexy sein". Nach dem armseligen Spektakel von Bigger kam dann die Zeit der Visionen.

Bigger hatte die Vision, daß im Raum jemand wäre, der viel Geld für eine Reise gespart hätte, diese aber erst später machen solle bla bla. Dann visionierte er in einer Supervision nach darüber, daß es im Raum jemand gäbe der sexuelle Probleme hätte. Aber Leo - das hier die meisten sexuelle Probleme zu haben scheinen, dazu muß ich nun wirklich kein falscher Prophet sein. Was ist nur aus den falschen Propheten geworden ? Wahrscheinlich halten selbst die Dämonen denn ganzen Unsinn nicht mehr aus und ergreifen die Flucht.

Dann betete er noch für Kranke, also eher für körperliche Erkrankungen. Die seelischen Erkrankungen die man von solchen Sekten bekommt, die kann er freilich nicht heilen. Er besucht dann auch jene nicht, die durch diesen Götzendienst dann einmal in der Psychiatrie landen. Jedenfalls sollte jeder der krank ist, seine Hand auf die entsprechende Stelle legen. Nun hätte ich wenigstens die Ehrlichkeit erwartet, daß Leo Bigger seine Hand auf den eigenen Kopf gelegt hätte. Leo Bigger "gebot" dann wörtlich: "Geist der Migräne", "Geist der Schlaflosigkeit", "Geist der Freudlosigkeit" (das wäre mittlerweile mein Ding gewesen) im "Namen Jesu" zu weichen.

Am Ende kam dann noch der "Pfarrer" des örtlichen ICFs und bettelte um ein Sonderopfer von mindestens 8000€ für einen Umbau. Dann kursierten auch diverse Mini-Eimer - zuerst dachte ich, die wären für Leute, der sich nach dem Spektakel übergeben müßten - aber dann stellte sich heraus, daß es für das Mammon vorgesehen war. Achso - ja - eine Spendenquittung gibts freilich auch - ganz nach der Bibel, daß die Linke nicht wissen solle was die Rechte tut (Mat 6,3)

Fazit: Fleischesdienst, Abwesenheit des Heiligen Geistes, leere und tote Gesichter und Herzen, Götzendienst²